Donnerstag, 24. April 2014

Outback Safari♥

Hallo! Ich lebe noch! Ich wurde weder von einer Schlange gefressen noch in der Wüste vergessen. Ich hab 8 Tage Outbacktour hinter mir (12. bis 19.April), von Adelaide nach Alice Springs, hab staubtrockene Landschaften gesehen, hardcore gecampt und Barbeque unter'm freien Feuer genossen, wilde Kängurus fotografiert und bin bestimmt 20 km gehiked. Und dank einem brav geführten Tagebuch kann ich euch jetzt auch hier ganz viel davon erzählen und zeigen. 
(Für alle, die's noch nicht wissen: wenn ihr auf die Bilder klickt, werden sie größer! und sorry falls das wieder so lange dauert mit dem Laden der Fotos.. und ich weiß, die Fotos sind n bisschen undynamisch angeordnet, aber besser krieg ichs beim besten Willen nicht hin.

Tag 1: Los geht's nach Adelaide! 
Am Samstag, meinem ersten Ferientag, bin ich am späten Vormittag alleine nach Adelaide geflogen. Der airport pickup service, der vom Australian Homestay Network gebucht wurde, hat mich zum Flughafen gefahren, von dort an ging's dann alleine für mich weiter. In Adelaide bin ich auf die Gruppe gestoßen, wir sind ins Hostel gefahren und abends essen gegangen, Zeit genug,  die Leute ein bisschen kennenzulernen und sich einander bekannt zu machen.



Tag 2: Busfahrten, Flinder Rangers und unsere geilen Swags
Morgens in aller Früh (6am) ging es dann los Richtung Innenland South Australia. Die Zivilisation nahm immer weiter ab, und mit der Zeit sah man nur noch sehr vereinzelt Häuser oder Farms auf irgendwelchen Bergen. Nach einer Toilettenpause an einem Weinanbau erreichten wir nach insg. 4 Stunden etwa das Camp, haben Sandwiches gemacht, und sind in die Flinder Rangers wandern gegangen, eine Gesteinskette im Alter von bis zu einer Milliarde Jahren, die durch die Plattentektonikverschiebung entstanden und auch für die Aboriginal Kultur sehr bedeutsam sind. Die Nacht verbrachten wir dann nach dem Lagerfeuer und Dinner (Chicken Curry selfmade) zum ersten Mal in unseren so genannten 'Swags', warme Schlafsäcke mit wasserdichter Außenhülle, in denen man ohne Zelt einfach auf dem Boden schlafen kann. War überraschend weich und warm, denn draußen hatte es deutsche Spätherbsttemperaturen! 

Tag 3: Steine, Sand und viele Felsen..
6 Uhr morgens aufstehen und es geht weiter Richtung Coober Pedy. Mit einem Stop an einem Salzsee sind wir dann gegen 4pm angekommen in der "Opalwüste". (Opal ist ein besonderer Diamand/Stein). Wir haben ein Opalmuseum gesucht und die unterirdischen Gänge der Opalmienen besichtigt. Ich hab mir ne echte Opalkette gekauft. Nach dem Dinner (Pizza) haben wir noch ein Känguruwaisenhaus besucht und sogar ein Babykänguru, ein Joey, streicheln dürfen. Ich kann euch sagen, etwas süßeres habe ich noch nicht in meinem Leben gesehen. Am Abend haben wir in einem Hostel in einem Felsen übernachtet wie 80% der Leute in Coober Pedy leben. 
Tag 4: Willkommen in der roten Wüste
Aufgewacht um 6.30 Uhr, sind wir weiter Richtung Northern Territory gefahren, haben unterwegs einen "thorny devil" gesehen und  sind unter so einen Straßentunnel geklettert, um einen Roadtrain (riesen Lastwagen) drüber fahren zu hören. Ja, unser Busfahrer war schon geil haha. Gegen Mittag erreichten wir dann die Grenze von South Australia und dem Northern Territory, ich bin sogar drauf geklettert und das war echt hoch, und da wieder runter zu kommen hat mir ein ernsthaftes Problem bereitet. Ich hab's dann doch geschafft und wir sind weiter, haben unterwegs noch Holz fürs Lagerfeuer gesammelt und unser Busfahrer hat vorgeschlagen, den Bus doch einfach mal mit Schlamm zu dekorieren für den visuellen Touch. Klar, warum nicht. 20 Jugendliche wurden mit Schlammhänden auf den Bus losgelassen, der sah am Ende echt geil aus, ich dumme hab aber leider kein Foto davon gemacht :/ Am späten Nachmittag haben wir dann endlich den Ayers Rock in der Ferne erspähen können, das is echt n hammer Stein do. 
Es ging dann sofort ins Camp und sind schlafen gegangen, denn am nächsten Tag ging's schon sehr früh raus.

Tag 5: Uluru, Hiking, Stachelpflanzen und Buspartys
Heute sind wir früh los zum Sonnenaufgang zum Uluru, den man da hinter mir klein sehen kann auf dem Bild. Es sieht vielleicht nicht so aus aber es war freezing kalt, und das sag ich als Deutsche. Danach gings aber gleich weiter nach Kata Tjuta zum Wandern, was gegen Ende ganz schön anstrengend, aber es definitiv wert war. Ich wollte bei so einer Aussichtsklippe ein tolles Foto machen, hab das Gleichgewicht verloren und in eine komische Stachelpflanze gefasst, und hatte meine ganze Hand voller kleiner Splitter. Halb so wild. Aber eben Australien. Nach dem Mittag (Burger) ging es ins Ayers Rock Aboriginal Culture Center und danach nochmal zum Sonnenuntergang, wo wir auch den Geburtstag einer aus dem Camp mit einem Kuchen gefeiert haben. Es waren tonnenweise Touristen da, um Fotos zu machen, auch viele deutsche Bagpacker. Auf dem Rückweg hatten wir ne kleine Busparty. 
Kata Tjuta Wanderung



Ein unvergesslicher und geiler Abend am Uluru

Tag 6: Fliegen, Steine und verbrannte Pellkartoffeln
Rund um den Uluru Wanderung
Erneut früh aufgewacht (5.30 am), ging es zum Wandern um den Uluru, einmal rund herum. Das waren ungefähr 4 Stunden pures Laufen mit Fliegen, die sich in deinen Augen niederlassen wollen und nem Rucksack zu schleppen mit 3 Liter Wasser. Aber wir haben unterwegs auch Höhlenmalerei gesehen und viel über das Leben der Aborigines gelernt, also seh ich das alles doch garnicht so schlimm ;) Danach ging es  auf zum Camp nahe dem Kings Canyon, wo einige schon die Möglichkei hatten, Quad zu fahren oder einen Helicopterflug zu machen. Wir anderen haben Pellkartoffeln und Kräuterbrot vorbereitet und das überm offenen Feuer zubereitet, was letztendlich verbrannt ist aber was solls. Dann haben wir alle am Lagerfeuer versucht, Didgeridoo zu spielen und das ist so sau schwierig ich sag's euch. Aber einen vernünftigen Ton hat jeder schließlich rausgekriegt. Dann ging es in die Schlafsäcke, und es ist so wunderschön, wenn du in deinen kuscheligen Schlafsack kriechst und dann schaust du hoch und siehst nichts außer tausende von Sternen, hörst die Grillen noch leise zirpen, bist schön warm eingemuschelt und träumst vor dich hin. In Deutschland lass' ich mir so einen "Swag" definitiv einfliegen und campe dann einfach im Garten mit Freundinnen, das ist schon beschlossen. ;) 

Tag 7: Kings Canyon zum Abschied aus dem Nirgendwo..
Noch vor Sonnenaufgang haben wir die Wanderung des King Canyons begonnen, da der Aufstieg ziemlich hart ist und nach 9 Uhr lebensgefährlich wäre aufgrund der Hitze. Wir habens aber alle überlebt und konnten somit atemberaubende Ausblicke erleben, die ich mein ganzes Leben in Erinnerung behalten werde. Auch haben wir wieder viele Geschichten gehört über die Aboriginal Culture. Zurück im Camp zum Mittag haben wir alles zusammen gepackt, die die wollten, hatten nochmal die Möglichkeit zum Quad fahren oder Helicopterflug, gegen frühen Nachmittag haben wir uns dann auf den 5 Stunden Weg nach Alice Springs gemacht, eine Stadt in Zentralaustralien voller Aborigines, Kultur und auch Armut und viel Kriminalität. Dort waren wir dann italienisch essen und haben die letzte gemeinsame Nacht im YHA Hostel verbracht, bevor es nach Hause ging. Im Flugzeug sind mir fast die Tränen gekommen, ich war wirklich sehr traurig, dass die Tage schon zuende sind und trotz Freude auf Perth und meine Gastfamilie vermisse ich alles schon sehr. Aber dann hab' ich den Uluru aus dem Flugzeugfenster gesehen und mich abgelenkt mit guter Musik und war unglaublich froh und dankbar, diese Tour gemacht haben zu dürfen.

Kings Canyon Hike

Als Fazit kann ich nur sagen, es waren hammer Tage und ich habe viele neue Freundschaften geschlossen und es sehr genossen, auch mal wieder deutsch zu reden. (Was ich dann auch sehr gemerkt habe, als ich wieder in Perth war und plötzlich wieder ausschließlich auf englisch funktionieren musste, deshalb Leute, achtet auf die Anzahl der deutschen an eurer australischen Schule, das wirkt sich echt auf eure Sprache aus!!!) Ich konnte und kann es immernoch nicht wirklich realisieren, dass ich all das gesehen hab und wirklich erlebt hab, wenn ich bedenke, dass der Uluru vor einem Jahr noch als Foto aus Google an meiner Zimmerwand gehangen hat. Australisches Outback ist eine once in a lifetime Experience und das sollte jeder mal gesehen haben, denn sowas kriegt man echt nirgendwo anders. 
Damit mach ich jetzt Schluss und genieß die Zeit auf der Hängematte im Garten, hehe :P 
Euch in Deutschland nen schönen Frühling und dem Rest, wo auch immer in der Welt ihr euch rumtreibt, eine schöne Restwoche, Grüße von Anna! <3 

Freitag, 11. April 2014

3 Monate schon!!

Good day mates! 
Danke erstmal für eure Kommentare zum letzten Post auf die Frage, was euch so interessiert. Ein Ein-Tag-in-meinem-australischen-Leben-Post wird folgen und auch ein Unterschiede/ und Schulpost ist in Arbeit. 
Auf die Frage von Annika: mein Titelbild (und alle anderen Collagen auf dem Blog) hab' ich mit Picmonkey erstellt. :) 
Ein Video werde ich  v i e l l e i c h t  über die bevorstehende Outbacksafari morgen machen. Ja, morgen!! Wie schnell die Zeit vergeht. Ich freu mich so! Aber da ich nur zwei Kameraakku's mitnehmen kann, weiß ich nicht, ob ich nicht doch nur auf Fotos umsteige, um so viel wie möglich festhalten zu können. Ich verspreche nichts! 
Ich fasse kurs mal das wichtigste der vergangenen 2 Wochen zusammen: 

  • Am vergangenen Sonntag war ich wieder mal shoppen in der Stadt in nem riesigen Shoppingcenter haha
  • Ich mache mir neuerdings Fruchtmilchshakes selber mit Vanilleeis, Banane, Erdbeeren, Blaubeeren, Nüssen, Milch, Yogurt, Schokolade und was sonst noch hier so rumliegt, und das ist göttlich! 
  • Hab mir wunderschöne Lichter für mein Zimmer gekauft, und mir ist aufgefallen, dass ich euch noch nie mein Zimmer gezeigt hab, hab aber jetzt keine Zeit, alles schon verpackt, deshalb gibt's das wenn ich wieder da bin :) 
  • Letztes Wochenende war ich mit meiner Gastfamilie  auf einem Event hier in der Nähe, vergleichbar mit Kramermarkt oder Kirmes ohne Fahrgeschäfte :D jedenfalls, wir liefen so n bisschen herum als es plötzlich anfängt, zu regnen. Ich hatte noch nicht mal meinen Regenschirm draußen, da gießt es wie aus Eimern, Australischer Regen ist echt heftig, von 0 auf 100! Wir sind dann mit Kinderwagen und allem durch den Regen gerannt zum Shoppingcenter, und haben uns halb tot gelacht, alle standen schon irgendwo unter Dach, wir waren tropfend nass, aber es war pure Freude, im strömenden Regen zu rennen. Ich weiß schon, was ich mache, wenn es das nächste Mal regnet! ;) 
  • Hab nach einer mitternächtlichen Arbeitsession mein Childcare Assessment über Family structures und mein Health Assessment über Lifestyle Diseases eingereicht 
  • und mit der Zeit etwa alle Boost-Milchshakes durchprobiert *-* 
  • ich entwickle eine für mich unnormale Liebe für's Schlafen! 
  • heute war letzte Schultag von Term 1: haben nur Filme geguckt und saßen rum, viele sind auch garnicht erst zur Schule gekommen, das war irgendwie allen egal
  • habe gestern Frau Kipp von Southern Cross und Rita von den Vorbereitungstagen in Adelaide getroffen auf einen Kaffee und wir hatten ein schönes Gespräch :) 
Tut mir Leid, dass diese Zusammenfassung sehr kurz ist, aber es waren eben nur zwei normale Wochen in meinem Leben :D 
Ich wollte diesen Post aber eher dafür nutzen, ein kleines Fazit für 3 Monate Australien ziehen. 
Müsste ich jetzt schon gehen, wäre ich zufrieden mit meiner Zeit hier? Nein. Ich hab noch so viele Dinge, die ich machen möchte, möchte mehr mit Australiern unternehmen, so viel was ich bis jetzt noch nicht ergeben hat. Aber trotzdem waren das unglaubliche 3 Monate. Ich hab mich so viel weiterentwickelt, und worauf ich am meisten stolz bin, ich habe mich überwunden, in Situationen aus mir heraus zu kommen, denen ich in Deutschland nur aus dem Weg gegangen wäre. 
Alleine fremde Leute anrufen und das noch auf englisch, ja das hätte meinem alten Ich ein Problem bereitet, ich hätte es zwar gemacht, aber mit Herzklopfen und schwitzigen Fingern. Alleine shoppen gehen? Niemals! Und irgendwo hin gehen, wo ich niemanden kennen, ganz alleine bin, um Gottes Willen, bloß nicht. Wem diese Gedanken bekannt vorkommen, ich sag euch, sagt euch bloß nicht sowas wie 'Ich trau mich ja noch nicht mal alleine in die Stadt, wie soll ich denn in einem fremden Land bloß Freunde finden'! Wer immer in seiner Komfortzone bleibt, wird sich nie weiterentwickeln, wird nie seine Schwächen besiegen, wird nie seine Träume erreichen, wird nie seine Ziele verfolgen. Wenn dich der Gedanke reizt, ins Ausland zu gehen, dann machs und steh dir nicht selbst im Weg. <3 
Ich hab genau das vor drei Monaten gemacht und die Zeit war nicht immer einfach. Das größte, was ich hier glaube ich bisher gelernt habe, ist, alleine klarzukommen. Herauszufinden, wer ich bin, wenn ich nicht mit Freunden oder Familie zusammen bin. Damit klarzukommen, keine beste Freundin an meiner Seite zu haben und meinen Weg alleine zu gehen. 
Es gab auch viele Momente, in denen ich mich einsam gefühlt habe und fühle, und ich will damit nicht sagen, dass ich unglücklich bin, ich liebe meine Gastfamilie und hab auch mittlerweile in der Schule ganz gut Anschluss gefunden, aber trotzdem ist das so ein Gefühl, dass die Hälfte des Herzens in Deutschland geblieben ist. Meine Familie und Freunde, die mir dauerhaft fehlen. Und da kann ich noch so eine geile Zeit hier haben, sie fehlen mir trotzdem. Das ist kein Heimweh, das ist ein konstantes Gefühl, wie ein Loch im Herz, und ich denke, das kann man nicht verstehen wenn man es noch nie erlebt hat. Aber nun zurück zu meinem eigentlichen Punkt. 
In diesen drei Monaten habe ich so viele neue Dinge erlebt, kleine Abenteuer gehabt, mich weiterentwickelt, gewachsen. Habe aus Fehlern gelernt, an Dinge gedacht, mich durch schwierigere Zeiten gebracht, tief durchgeatmet, die Augen geschlossen und mich nicht vom Wind stören lassen, der meine Haare verwüstet, habe jede Hürde als Herausforderung genommen, die mir das Leben absichtlich stellt, damit ich daraus lerne und wachse. 
Term 1 ist nun schon vorüber, ein Viertel meines Auslandsjahres herum. Das sehe ich mit einem lachenden und weinenden Auge. Ich habe letztens geträumt, dass ich von meiner Gastfamilie wegziehen muss in ein Internat, und habe im Traum geheult, und als  ich aufgewacht bin und drüber nachgedacht habe, ist mir klar geworden, wie wichtig mir hier alle schon sind. 
Ich bin außerdem unglaublich dankbar, diese Möglichkeit zu haben und hier sein zu dürfen. Also DANKE an Mama, Papa, Oma, Opa, und alle meine Verwandten und Freunde, die mich unterstützt haben. Das bedeutet mir viel! <3 
Ich mach jetzt Schluss, mir ist sau heiß, ich dachte, es wird endlich kühl, aber nein, heute waren wieder 32 Grad oder so, das hört auch nie auf hier :D 
Heute mal keine Bilder, hab nämlich nicht wirklich was brauchbares fotografiert. <3 
Ich guck jetzt noch ne Folge Criminal Minds und schlaf dann in die Outbacksafari hinein, liebste Grüße aus Perth,
Anna 

Dienstag, 8. April 2014

German meets Aussie - die größten Unterschiede

Moin moin! Ich hab die letzten Wochen mal für euch eine Liste zusammengestellt mit all den Unterschieden zwischen Deutschland und Australien in so vielen Bereichen wie mir eingefallen sind. Hoffe, es gefällt euch! :) Ps: Weitere Posts sind ständig in Arbeit!!<3


  • In jedem Vorort sind 'shops', also Supermarkt, Friseur, Coffeeshop, McDonalds, Red Rooster, KFC und all diesen Marken auf einem Fleck, wie eine Kleinstadt
  • außerdem gibt es tausende dieser Mall's überall, die wirklich riesig sind, ein einziges Shoppingparadies! Dafür ist hier in der Innenstadt kaum irgendwas. 
  • An den Bushaltestellen gibt es keinen Plan mit den Zeiten, sondern nur ein Schild, mit einer Nummer, die du anrufen kannst oder per sms fragen kannst, wann der nächste Bus kommt 
  • es gibt auch keine Busfahrkarten, sondern 'SmartRider', die du beim ein- und aussteigen vor ein elektronisches Erkennungsgerät halten musst und da wird dann der Betrag abgebucht, genauso beim Zugfahren
  • Australier kleiden sich oft SEHR freizügig und stylen sich viel auf, bei jeder Kleinigkeit (es sind natürlich nicht alle so)
  • überall sind Klimaanlagen, wirklich ÜBERALL - und wenn's nur die Baustellentoilette ist 
  • während hier 30 Grad sind, gibt es in den Läden schon Wollpullis zu kaufen, die selbst für den deutschen Winter fast zu warm sind
  • 27 Grad empfinden die hier alle als KALT und ziehen sich PULLOVER an während ich meinen Bikini raushol haha
  • an jeder Ecke gibt es gut ausgestattete Spielplätze und Sitzgelegenheiten in den Parks, viele BBQ-Plätze, alles meines Empfindens sehr kindergerecht und abgestimmt auf Familien
  • TIMTAMS sind die besten Schokokekse der Welt! 
  • ansonsten ist das Süßigkeitenangebot hier eher begrenzt auf Weingummi und anderen künstlich schmeckenden Kram
  • ab 6 Uhr abends solltest du dich nicht mehr in den Zügen oder der Stadt oder allgemein irgendwo alleine aufhalten denn das kann sehr gefährlich enden. Eben ne Großstadt
  • High Way Tempobegrenzung 100km/h und sehr oft Stau und Verkehrsunfälle
  • am Strand halten andauernd Hubschrauber und LifeSaving-Boote Ausschau nach Haien
  • ganz Perth ist quasi ein reines Gebirge, hier geht's bergab und bergauf ohne Ende -> besonders praktisch wenn man überall mit dem Fahrrad hin muss
  • Schule ist extrem einfach und stressfrei, man hat genug Zeit für alles und wenn nicht, kriegt man eben noch mehr Zeit (dazu aber mehr in einem anderen Post)
  • Alkohol ab 18, Führerschein und alleine Fahren ab 16, Eltern sind Fahrlehrer
  • die Toilette ist immer vom Rest des Badezimmers getrennt
  • Leute sind stolz auf ihr Land und haben oft Flaggen etc vorm Haus hängen
  • Linksverkehr
  • Geschäfte haben überall Sonntags auf wie sonst auch
  • abends gibt es warmes Essen und mittags nur ne Kleinigkeit
  • es gibt kein Mineralwasser. Nirgendwo. Niemals. 
  • viele haben einen Pool und sehen das als was völlig normales 
  • Fernsehprogramme sind viel Langweiliger als in Deutschland, es gibt kaum so Sendungen wie How I met Your Mother, Greys Anatomy, CSI (...), nur The Biggest Loser, News, Kochshows und Home and Away, eine australische Sendung (vergleichbar mit GZSZ)
  • die Wellen sind so viel stärker, 'leichte' Wellen reißen dich schon so um (ich will garnicht wissen, was hier starke Wellen sind)
  • man bedankt sich bei dem Busfahrer, wenn man aussteigt und entschuldigt sich für alles, wenn man zum Beispiel angerempelt wird versehentlich, entschuldigt man sich, obwohl man garnichts gemacht hat 
Soo, mehr fällt mir beim besten Willen nicht ein :D Hoffe, ihr habt eine schöne Woche bis jetzt <3 

Freitag, 28. März 2014

Lang ist's her...

... seit dem letzten Post. Es tut mir wirklich Leid, ich versuche, die letzten zwei Wochen oder so mithilfe meiner Bilder zu rekonstruieren. Ich hab im Moment so viel Neues hier angefangen und nun noch weniger Zeit, nehmt es mir nicht übel, ich gebe mein Bestes. <3
Wo waren wir denn stehengeblieben? 
Mein letzter Post war ein Samstag. Genau! Die Erinnerungen kommen zurück. 
Am Sonntagmorgen war ich nochmal schnorcheln, und diesmal mit meiner Gastfamilie und ES HAT GEKLAPPT und es war wahnsinnig toll. Zuerst einmal waren da so kleine Löcher im Sand, und als wir näher kamen, hat man lauter kleine Krabben in die Löcher flitzen sehen. Das Wasser ist unerwartet klar, also nicht wie in der Karibik aber auch nicht so unklar wie in Deutschland in irgendeinem Baggersee. Kleine Fische hab ich auch gesehen und eine Wasserpflanze angefasst, die sich zusamengezogen hat, und hab mich zu Tode erschreckt, weil ich dachte, die will meinen Finger einsaugen und aufessen. 

Am Dienstag war ich dann wieder beim Yoga, und danach wieder am Strand. Ich hab mir einen Lindt-Hasen mitgenommen und wollte den dann schön beim Sonnenuntergang essen. Problem Numero Uno: Es war kalt. Und mit kalt meine ich Gänsehaut-Fröstel-Kalt. Der Wind war eisig und ich saß da auf Top, man sollte meinen, ich mit deutschen Genen würde hier nie frieren, aber nein. Ich hab wirklich gefroren. Problem Numero Dos: Es gesellte sich eine Möwe zu mir. Erst hab ich mich gefreut, dachte, ach ja wie schön, hab mit der geredet (ja, ich rede mit Möwen), und die kommt immer näher, ich mach paar Fotos von ihr. Plötzlich kommt ne zweite Möwe und die umzingeln mich wörtlich und stoßen Kampfschreie aus. Ich wette, das waren Terroristenmöwen oder kriminelle Möwen, die einen Anschlag auf mich geplant hatten. Aus Todesangst snapchatte ich meine letzten Worte mit einem Beweisfoto an meine Freunde und konnte mich dann doch noch retten, bevor die hinterhältigen Möwen mich verschlungen hätten. 
Am Donnerstag hatte ich dann das erste Mal Ballett. Dachte ich zumindest. Ich hab endlich unter allen Tanzschulen in Nordperth eine gefunden, die mich auch mal zurückruft. Wir sind dann abends dahin und haben Leotard usw gekauft und alles Formale geregelt. Meine wirkliche erste Tanzstunde sollte dann Montag sein. 
Am Freitag bin ich nach der Schule mit zu einer Australierin gegangen, wir haben u.a. viel geredet und einen Spaziergang gemacht zu einem Nationalpark gleich hinter meiner Schule, wo man oft wilde Kängurus beobachten kann, und wir haben tatsächlich welche gesehen! 
Am Samstag war ich nachmittags auch in einem Park nahe meines Wohnortes, das ist der Pinnaroo Memorial Park, dort sind lauter Denkmäler und Aschegräber von Verstorbenen, und ne kleine Teichanlage. Da hängen jeden Tag richtig viele wilde Kängurus ab, und ich konnte so an denen vorbeilaufen (natürlich nicht rennen oder direkt auf die zulaufen). Aber das war schon cool, so ganz im Freien Kängurus zu sehen. Australia-feeling pur!
Am Sonntag war ich dann wieder mal in Fremantle, dieser kleinen Hafenstadt südlich von Perth. Es war nur vieeeel zu heiß, irgendwas zu tun und ich hatte mir was viel zu warmes angezogen, sodass es mehr oder weniger ein Wo-ist-die-nächste-Klimaanlage-Trip wurde :D Und nein, diesmal hab ich mich nirgendwo verlaufen oder die Trainstation-Leute zugeheult hahah :D 
Oben: Fremantle-Tag, Unten links: Wilde Kängurus an der Straße, Rechts: Wilde Kängurus im Memorial Park

Und schon war das Wochenende wieder um und es ward Montag, der Tag meiner ersten Ballettstunde war gekommen. Das is für mich ne große Sache gewesen, seit gut anderthalb Jahren fasziniert mich Ballett schon, ich bin da immer mehr reingekommen, aber es war schwierig, von meinem Dorf in Deutschland zu einer Ballettschule zu gelangen, die mich als Anfänger aufnehmen würde, zumal ich da eh nur ein paar Monate hätte tanzen können, wegen Australien. Die Chance hier wollte ich allerdings mehr als nutzen, in so einer Großstadt, und mache hier quasi alles, was ich schon immer anfangen wollte. Ballett ist eins dieser Dinge. In diesem Jahr werden also viele Träume wahr. <3 
Hin- und zurück komme ich mit dem Zug. Die Trainstation ist nur etwa 13min Fußmarsch entfernt (bergauf, natürlich) und dann 3min Zugfahrt, 5min Laufen zur Tanzschule. Die Züge fahren hier alle 10min, ich kann also irgendwann loslaufen und mit großer Wahrscheinlichkeit treffe ich genau auf einen Zug.
Oben: Trainstation, unten links: Gewitterhimmel, unten rechts: zweitbester Milchshakeladen der Welt (ist wie immergrün)

Und gewittert hat es auch an dem Morgen! Und zwar richtig heftig, für deutsche Verhältnisse Alarmstufe 10, Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz, Schulausfall, Menschen richten sich auf den bevorstehenden Weltuntergang ein. Ja, wirklich, also das war wirklich heftig, vorallem die Lautstärke vom Donner! Ich lag zu dem Zeitpunkt morgens noch im Bett und von einer Sekunde auf die andere strömt es wie aus Eimern und donnert, da denkst du, ein Flugzeug ist direkt neben deinem Haus abgestürzt. Nach 15 min war wieder strahlender Sonnenschein. Das Wetter hier ist definitiv eines der Dinge, die ich nie verstehen werde...
Meine Produktivität am schulfreien Mittwoch
Am Mittwoch gab es schulfrei. Den genauen Grund konnte mir kein Schüler erklären, aber wenn man alles zusammenreimt, was mir gesagt wurde, komme ich auf die Schlussfolgerung, dass die Lehrer den Fortschritt der Schüler und Schule diskutieren wollen, da geben die den Schülern einfach mal schulfrei. In Deutschland würde sowas ja am Wochenende passieren... Ich hab den Tag besonders produktiv genutzt, wie man am Bild hier rechts sehen kann. :P War dann von 18-19 Uhr beim Contemporary Dance in der Tanzschule, und danach hab ich dann auch wirklich noch Schulsachen gemacht, eine Englischpräsentation, Filmposter analysieren, als Powerpoint, was ich dann Donnerstag in der Schule vorstellen musste. Meine Nachtschicht bis nach Mitternacht hat sich bezahlt gemacht, ich glaube, meine Präsentation war gar nicht so schlecht :) 

Angst, vor der Klasse auf Englisch zu reden, hab ich mittlerweile garnicht mehr. Ersteinmal, weil ich solche Präsentationen aus Deutschland gewohnt bin und weiß, dass sich im Vorfeld verrückt machen nicht viel bringt, und zweitens, lerne ich hier echt, mir einfach selbst zu vertrauen. Einfach mir sagen, ich schaff das schon, Selbstvertrauen. Nicht viel drüber grübeln, einfach machen. Einfach zu der Ballettklasse gehen. Ich werd' schon Leute kennenlernen. Ich werd' schon besser werden. Nicht aufgeben. Einfach nach vorne gehen vor die Klasse, losreden, lächeln, und am Ende bemerken, dass man nicht einmal auf die zur Sicherheit geschriebenen Notizkarten gucken musste. Einfach machen. Vertrauen. Das wird schon. Ich werd' das schon schaffen. Keine Sorge, alles wird sich richten. 
Das bemerke ich an mir jetzt schon, dass ich so viel wachse und mir so viel mehr zutraue, weil ich einfach in so viele Situationen komme, wo ich einfach aus mir rauskommen muss. Das gibt mir Sicherheit und Erfahrung für solche Situationen, die ich in Deutschland nie bekommen hätte. 
Der 4-wöchige Beginner-Yogakurs ist jetzt übrigens vorbei. Ich hab' mich dazu entschieden, in dem Fitnesscenter meines Vororts nach Yogaklassen zu suchen, und dort ab und zu hinzugehen, oder mal zum Schwimmen. Da kann ich auch mit dem Bus hin, dann bin ich die kräftezerrenden Bergauf-Touren auch los haha. Ich hab also, um das jetzt hier mal klarzustellen, Montags und Donnerstags Ballett und Mittwochs Gitarre/Gesangsunterricht und danach Contemporary. 

Und ratet mal, was heute morgen in der Post war: EIN PAKET VON ZUHAUSE!!! <3 Jaa, das war schon 3 Wochen auf dem Weg zu mir, und heute Morgen erwähnt meine Gastmutter so beiläufig die Box neben meiner Zimmertür, ich war so glücklich! Jetzt hab ich Süßigkeiten bis zum Abwinken! Und die Kuscheltierente ist eine Überraschung meiner Eltern gewesen, für alle, die das wundert, die hab ich von Geburt an. Ein großes Dankeschön an meine Eltern nochmal für die ganzen Süßigkeiten und den Rest! <3 

Ich hab, wie ihr vielleicht bemerkt habt, das Titelbild geändert, hoffe, es gefällt euch genauso gut wie das Alte :) Und ich hab eine kleine Überraschung geplant bei 50.000 Blogaufrufen, also bleibt dran! :) 
Falls ihr irgendwelche Themen habt, die euch interessieren, oder die ich auch mal ansprechen soll, oder Fragen an mich, kommentiert die mal unter diesem Post, dann werd ich die das nächste Mal mit einbringen :) 

Und zuletzt noch eine sehr freudige Nachricht: Am 12. April fliege ich nach Adelaide, um dort mit Work n Holiday bis zum 18. April ins Outback zu fahren! Von Adelaide nach Alice Springs, die Mitte Australiens, mit einem Bus und anderen Austauschschülern, unterwegs campen unter den Sternen und in Hostels übernachten. (Das ist in den Herbstferien hier).
Natürlich werd ich danach einen Post mit wahrscheinlich Millionen von Bildern schreiben, ob ich ein Video mache, steht noch in den Sternen.

Soviel von mir dieses Mal, danke fürs Lesen, ich hoffe, euch hat der Blogpost gefallen & es geht euch allen gut, wo auch immer auf der Welt ihr euch gerade befindet, & bis zum nächsten Mal! <3

Samstag, 15. März 2014

Shopping, Regen und viele, viele Steine




Glaubt es mir oder nicht, aber halleluja; ich war gerade draußen für die tägliche Bewässerung des Gartens und hab tatsächlich richtig gefroren. Dass ich das nochmal erleben kann, in Australien eine Frostgänsehaut. Der Herbst ist da! Und damit meld' ich mich auch mal wieder aus down under und hab vieeel zu berichten also legen wir los!
Wo waren wir letztes Mal denn stehengeblieben? Genau!
Also, vorletzten Montag hatten wir Public Holiday und ich war mit zwei Mädels aus der Schule in Hillarys Boat Harbor. Ich bin da mit dem Fahrrad hin und war auch noch krank (Erkältung), das war ein Leiden, dahin zu kommen! Denn wie ich vielleicht schonmal erwähnt hatte, gibt es hier ein paar Hügel. Naja, leicht angewinkelte Strassen, wie meine Hostmum mich immer neckt, wenn ich ihr zu schildern versuche, dass das Berge sind für Norddeutsche und ich da jedes Mal fast sterbe. (Ein Bild dazu ist in der Collage weiter unten)

Den Rest des Tages hab ich zuhause vertrödelt. Dann begann die Schulwoche und sie ging so vor sich hin, daily life, Alltag eben (ich schreibe an einem ein-Tag-in-meinem-australischen-Leben-Post, da erfahrt ihr dann mehr! ;)). 
Am Dienstag hatte ich meine erste Yogastunde! Ich bin mit dem Rad hin (über die 'Berge') und bin zu spät gekommen und in die Yogaklasse reingeplatzt. Oh well. Pünktlichkeit ist eines der Dinge, die ich wohl nie lernen werd' haha. Yoga an sich war richtig toll, das nennt sich 'Vinyasa' und es geht hauptsächlich ums flüssige Bewegen, tiefes Atmen, Loslassen von Stress und Problemen und gleichzeitig was für den Körper tun und ich liebe es. Ich bin eindeutig die jüngste dort, aber das macht mir nichts aus, ich fühl mich sogar total wohl neben den Erwachsenen (in den 40ern). Nach dem Yoga bin ich noch zum Strand gegangen, um den Sonnenuntergang anzuschauen, siehe Foto da oben (die Yogaklasse ist in dem Surfclubhaus direkt am Strand). Am Mittwoch hatte ich dann auch meine erste Gitarren/Gesangsstunde, zu der ich ebenfalls mit dem Fahrrad hin bin und wieder gestorben bin. Aber da muss ich durch. Mein Gitarrenlehrer ist richtig cool drauf und es macht total Spaß mit dem :) 
Wie auch immer, die Woche neigte sich dem Ende zu, da wurde ich am Freitag zum Bowling eingeladen mit der Youth Group der beiden Mädels, mit denen ich in Hillarys war. Ich hab natürlich zugestimmt und der Abend war total klasse. Ich werd zukünftig öfter mal was mit der Youth Group unternehmen, die machen jeden Freitagabend was anderes. Den Samstag wollten wir eigentlich schnorcheln, haben alles fertig gemacht, aber als wir ankamen, war es allen ernstes zu kalt. Das müsst ihr euch mal vorstellen! Wir haben dann mit Gänsehaut frierend gepicknickt und sind wieder heim. Ich sollte mich eigentlich schämen, dass ich 20 Grad kalt finde als Deutsche aber was soll ich sagen, ich werd' australisch! Den Rest des Samstags hab ich rumgetrödelt, nichts wichtiges gemacht, aber Sonntag war ich in Perth in der Stadt, bin da wieder mit dem Zug hingefahren, diesmal aber mit meiner Gastmum und Gastschwester und wir haben die Art Gallery besucht (siehe Foto). Ich war danach noch bisschen alleine bummeln in der Stadt, wie man sieht (nein, ich hab das Outfit nicht gekauft und ja, ich bereue es). Unterwegs bin ich über einen Protest gestolpert, der sich auf das aktuelle Problem in der Ukraine bezieht und ich fand das ganz schön beeindruckend, dieser Zusammenhalt unter den Menschen, Widerstand geben, dass sie versuchen, etwas zu verändern, aufstehen und stolz ihre Meinung vertreten. Das hab ich in meinem kleinen Dorf in Deutschland noch nicht erlebt. Das Bild dazu ist in der Collage weiter unten. Ich hab am Abend dann noch mein Health Assignment über den Film 'Billy Elliot' geschrieben, was ich Montag einreichen soll (hab 98 % bekommen und bin somit besser als die meisten Australier in der Klasse haha). Somit war das Wochenende vollbracht. ♥
In der letzten Woche begann alles wieder wie sonst auch, nur das wieder etwa 20 Grad heißer. Dienstags Yoga und Sonnenuntergang, Mittwochs Gitarre und kurz zum Supermarkt wo ich auch zwei Fotos für euch davor gemacht habe (Collage, oben links die beiden), weil ich mich jedes Mal aufs Neue in diese Palmen verliebe, die da einfach so auf dem parkplatz stehen. Am Donnerstag hat es zum allerersten Mal geregnet seit ich in Australien bin und glaubt mir, es war so wunderschön! Ich konnte schon morgens auf dem Weg zur Schule riechen, dass es bald regnen würde, da war dieser frische Gewitterduft. Und dann hat es tatsächlich genieselt und während alle anderen davon ganz und garnicht begeistert waren, hab ich mich ehrlich gefreut. Ein Stück Heimat haha! 

Am Freitag war Free-Bottom in der Schule, das heißt jeder durfte seine eigenen Hosen oder Röcke tragen. Glaubt mir, das war so entspannend, einmal nicht aufpassen zu müssen, dass dein Rock nicht hochfliegt oder so! Ich hasse das so. Ich bin definitiv keine Rockperson, aber was solls. Eines der vielen Dinge, die ich hier gelernt habe, zu tolerieren und einfach hinzunehmen. Es wurden außerdem von der Leukämie-Spendensammelgruppe Hotdogs und Cupcakes verkauft und ein Mädchen hat sich im Sinne von einer Spendensammelaktion die Haare abrasieren lassen, siehe Foto unten rechts in der Collage, sie ist weiter hinten in diesem orangenen Umhang. Das Ganze wurde schon lange geplant also nicht dass ihr denkt das war ne spontane Aktion :D Sie ist auch in meiner Health Class und ich find' das echt ne richtig gute Sache von ihr. Eines Tages würd' ich das wohl auch machen, nur jetzt als Teenager glaub' ich eher nicht. Es hat mich aber wirklich beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Es lag auch eine ganz andere Stimmung in der Luft, das kann man einfach nicht beschreiben. 
Heute (Samstag) war ich vormittags schnorcheln, diesmal wirklich! Es war perfektes Strandwetter, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Ich war noch nie schnorcheln und mit einer wagen Erklärung von meiner Gastmutter und einem lockeren 'Just go with the flow' bin ich die Stufen zum Strand runter. Meine Gastmum ist in der Zeit joggen gewesen. Ich also völlig unvoreingenommen im Laufschritt auf dem Weg ins Meer, der Meinung, das Dunkle im Wasser sind nur Algen - Pustekuchen! Plötzlich trete ich in ein Loch, will mit dem anderen Fuß Gleichgewicht halten und trete mit voller Wucht auf Steine. Nicht kleine Steinchen, und nicht ein Stein - alles war voller großer, spitzer, fieser Felsen! Das tat richtig weh. Hab an einer anderen Stelle dann doch noch ein bisschen geschnorchelt, aber keine Fische gesehen, und Wasser verschluckt, hab oft die Kontrolle verloren weil die Wellen zu stark waren. Die Wellen sind hier sowieso so eine Sache. Das ist eine langweilige Beziehung zwischen mir und dem Meer, die langsam wachsen musste, seit ich ein kleines Kind gewesen bin. Ich liebe das Meer und den Strand, aber sobald ich nicht mehr die Kontrolle habe, verfalle ich sehr schnell in Panik. 
Und beim Schnorcheln im offenen australischen Meer muss man sich eben gehen lassen und dem Meer vertrauen, keine Angst haben, dass man möglicherweise gegen den nächsten Felsen klatschen könnte oder ertrinken könnte... oder dass da vielleicht 150m weiter ein Hai schwimmt (keine Angst Papa, mir gehts gut!)... oder dass man sich den Fuß irgendwo an den Steinen aufschlägt... ihr seht, ich bin ziemlich hoffnungslos. :D Aber dieses Jahr steht ja unter dem Motto 'Turn your cant's into can's and your dreams into plans', wie ich es jeden Blogpost wiederhole, haha :D und deshalb will ich weiter schnorcheln gehen und lernen, damit umzugehen. Meinen Ängsten ins Gesicht sehen. Der Strand in der Collage war übrigens die Stelle, an der ich geschnorchelt habe.
Am Nachmittag bin ich mit dem Zug ins 10min entfernte Shoppingcenter gefahren, um ein bisschen Herbstmode zu shoppen. Ich werd' zum kleinen Shoppingmonster hier! Ich liebe das einfach so, ich kann nichts dafür :D Dabei hab ich so süße kleine Baby-Globusse (?) gesehen und musste mich stark beherrschen, keinen zu kaufen. Aber ich denke, ich werd' da nochmal hin zurückkehren und einen zu meinem Eigentum machen ♥
Kulinarischer Einblick in mein Leben *-* 
Das Gebastelte in der Collage da in der Mitte ist übrigens ein Teil meines Assignments für Childcare ;) Das machen wir hier so in Year 11! Morgen gehe ich mit meiner Gastfamilie wahrscheinlich Ice skating, und gegen Abend möchte ich vielleicht für einen Sonnenuntergangs-Vollmond-swim zum Strand, mal sehen :) Heimweh hat sich nicht blicken lassen seit den letzten Wochen, es hat sich eher umgewandelt in Vorfreude auf die Rückkehr. Ich genieße den Moment und mein Auslandsjahr, versteht mich nicht falsch. Ich konnte vor meinem Abflug auch nie die Leute verstehen, die während ihrem Auslandsjahr andauernd sich auf Deutschland gefreut haben und die Tage gezählt haben. Ich dachte immer, sie sind nicht richtig glücklich oder unzufrieden mit etwas, haben Heimweh, aber nein. Sie waren glücklich. Und ich bin hier auch glücklich. Aber trotzdem freue ich mich sehr auf Deutschland und alles, was damit zusammen hängt. Das hat nichts mit Unzufriedenheit hier zutun sondern mit dem Wertschätzen und Realisieren, was man zuhause in Deutschland hinterlassen hat. 
Und noch ein schnelles Update zu Gastfamilie & Freunde: Erinnert ihr euch noch an das, was ich letztes Mal geschrieben hab mit den Missverständnissen in meiner Gastfamilie usw? Ich werde in meiner Gastfamilie bleiben. Wir sind mittlerweile, und vielleicht auch dadurch, so sehr aneinander gewachsen, ich fühl' mich einfach langsam wirklich ein Part von ihnen und zugehörig und fühl' mich einfach wohl hier. Und das ist so leicht gesagt, aber es ist wirklich etwas großes. Wohlbefinden, nicht nur ein Raum mit deinen Sachen und deine Zahnbürste am Waschbecken, nein, ein Zuhause, wo an dich gedacht wird, wo du erwartet wirst, wo man an dich denkt. Eines der vielen Dinge, die ich wertzuschätzen gelernt hab.
Wie auch immer, es ist schon fast wieder Mitternacht, ich mach mal Schluss. Hab dieses Mal nicht ganz so viele Storys gehabt, hoffe, der Post hat euch trotzdem gefallen :) 

Es sind noch zwei Posts außer Reihe in Planung, die in den nächsten Wochen irgendwann erscheinen werden, bleibt gespannt! ;) Achja, last but not least; entschuldigt mein etwas Wirrwarr-Deutsch, ich bin's echt nicht mehr richtig gewohnt mit dem lange-deutsche-Texte-schreiben und mag vielleicht hier und da englische Grammatik oder Wörter übernommen haben, sorry ♥

Sonntag, 2. März 2014

Erster Monat geschafft!

Hallo meine Damen und Herren, willkommen zum Sonntagabend-Post! 
Eins vorweg: Es tut mir schrecklich Leid, wenn es Jahrhunderte dauert, bis die Bilder geladen sind. Ich weiß, dass die Bilddateien zu riesig sind und werd sie bald ersetzen, aber es ist 1 Uhr nachts und ich muss in fünf Stunden wieder aufstehen, also habt Verständnis und Geduld. <3 
Über ein Monat ist nun schon vergangen seit meiner Abreise. Und es fühlt sich an wie eine Woche oder so. Wäre ich zufrieden, wenn ich jetzt schon wieder gehen müsste? Nein. Ich weiß, dass da noch viel mehr geht, und es überwiegend an mir liegt, mich darauf einzulassen. Aber dazu später, jetzt erstmal ab letztem Wochenende ein "kleiner" Bericht ;)


Frozen Fanta von McDonalds *-*
Letzten Freitagabend war ich im Kino mit so ca. 10 Mädels, von denen ich die Hälfte nicht mal kannte, und mit der anderen Hälfte einmal oder so gesprochen hab, und ich schätze mal, ich wurde nur eingeladen, damit ich mich nicht ausgeschlossen fühle, aber was solls, es war schön, Teil von etwas zu sein, endlich, ein Gefühl, dazuzugehören, zu einer Freundesgruppe. Das vermisse ich hier echt, so ein Gefühl 'Das ist mein Platz, hier gehör ich hin'. Bis ich das sagen kann, wird wohl noch so einige Zeit vergehen. 
Meine Gastmum, Gastschwester und ich sind vormittags zur Chocolate Factory nach Swan Valley gefahren, das ist inmitten von Weinanbaufeldern, auf die wir eigentlich auch noch wollten, aber es war schlicht und einfach zu heiß. In dieser Chocolate Factory, die überwiegend von asiatischen fotografierenden Touristen gefüllt war, konnte man auch Schokolade kostenlos testen. Jeder war begeistert davon, aber mein einziger Gedanke beim Probieren dieser 'außerordentlich besonders leckeren' Schokolade war "Mensch sieh ma an, schmeckt ja wie in Deutschland." Sonderlich viel ist am Samstag dann auch nicht mehr passiert, weil es wie gesagt brüllend heiß war. 
Am Sonntag habe ich mich mit Freunden meiner (deutschen) Familie getroffen, die in Perth wohnen und den Nachmittag/Abend dort verbracht. Bevor sie mich nach Hause gebracht haben, haben wir noch nen Stop auf einem Friedhof 10 Minuten von meinem Wohnort entfernt gemacht, auf dem wilde Kängurus jeden Abend grasen. Der Friedhof sah eher aus wie ein Wellnesspark, und die wilden Kängurus waren sowieso das beste. Die waren wirklich ÜBERALL, und sind frei herumgehüpft und so, das werd ich nie vergessen.

Dann begann wieder eine Schulwoche, bei der ich jetzt nicht so ins Detail gehen werde, ich mach bald mal nen Post, indem ich auch näher auf das Schulsystem und so eingehe, aber als derzeitige Info für die Schulwoche muss euch reichen, dass ich mein English Assignment über Opiniative Writing About Travelling mit 16/20 Punkten und viel Lob wiederbekommen hab, damit war ich besser als so mancher Australier, und außerdem hab ich mich ziemlich erkältet in der Woche, wie auch immer ich das bei 30 Grad Durchschnittstemperatur anstellen kann haha :D Nein, kommt wahrscheinlich wegen der Klimaanlagen hier überall. Oh, und Mittwoch hatte ich meine erste Gitarren/Gesangsstunde! 
Swimming Carneval
TimTam - eine neue Liebe ist geboren!<3
Hach, das war auch so ne Sache. Ich bin mit dem Fahrrad dahin, das waren so 10/15 min Weg, schaffbar. Aber Perth ist ein wenig hügelig. Und mit hügelig meine ich vergleichbar mit dem tiefsten Bayern. Das ist echt sau steil, und der gesamte Hinweg war BERGAUF IN DER PRALLEN SONNE. Und spät dran war ich natürlich auch noch (was auch sonst bei mir). Aber was solls, ist ja nicht das erste Mal, dass hier nichts glatt läuft :D Ich nehms mit Humor. Die Stunde war total geil, wir spielen zwei Songs von Arctic Monkeys, eine meiner Lieblingsbands <3 Oh, und Donnerstag hatte ich dann Swimming Carneval im nahegelegenen Schwimmbad. Ich selbst bin nicht geschwommen, das war mehr für Year 8-10, aus der Upper school war kaum jemand da, wir hingen da nur rum und haben rumgealbert. War aber trotzdem total lustig gegen Ende hin. Ich hatte ehrlich gesagt nur mehr School Spirit und Teamgeist erwartet, weil keiner so richtig Bock hatte und auch keiner sich in den Farben der Contact-"Häuser" angezogen hat. Und dann war da abends noch meine Nahtod-Erfahrung mit den brutalen Killerameisen in unserem Vorgarten. Ich so gemütlich am Pflanzen bewässern mitm Gartenschlauch, plötzlich sticht irgendwas in meinen Zeh, ich guck so runter, da hat sich ne (meiner Meinung nach) fette Ameise in meinen Zeh verbissen! Nach einem kleinen Paniktanz und Gedanken über die  schnellstmögliche Beschaffung von Gegengiften war auch alles wieder gut. Aber das hat echt sau weh getan, ich dachte immer, Ameisen sind lieb und friedlich und hab die sonst immer so gerettet und so wenn die jemand töten wollte, aber nun ist Krieg angesagt. Die weiße Fahne ist Vergangenheit. Der Feind existiert.
Ok, ich spaß' nur rum, ihr lernt meinen Humor noch übers Jahr kennen. ;) Die arme Ameise hat wahrscheinlich nur ihr Zuhause verteidigen wollen, das kann ich ihr nicht übel nehmen. 

So, jetzt kommen wir zu diesem Wochenende. 
Samstag, also gestern, hat mich die Familie, die mit meiner (deutschen) Familie befreundet ist und hier lebt, ins Adventure World eingeladen. Das ist sowas wie Heidepark Soltau, nur als riesiges Wasserspaßtropenerlebnisresort. Da gabs eine Achterbahn (siehe Bild, und ja ich war drauf, nein ich weiß nicht, wie ich mich das getraut hab), und so paar andere Fahrgeschäfte, aber das geilste meiner Meinung nach waren die ganzen Wasserrutschen. Mit Matten, gerade runter, durch irgendwelche Tunnel, mit Reifen, Zweier/Einzelreifen, waaaah das hat so Spaß gemacht, besonders mit den Reifen! Das Mädchen auf den Bildern ist Josefin, sie ist auch deutsche Ats, lebt allerdings in einem Internat einer Privatschule und sie kennt die Familie auch irgendwoher aus Deutschland, jedenfalls war sie auch mit und wir haben uns sofort super gut verstanden und hatten einen echt schönen Tag. Ich bin sehr dankbar für diesen Tag und alles, was ich erlebt habe. <3 
Sonntag, also heute, war mit Abstand einer der aufregendsten Tage meines Auslandsjahres. Alles fing an mit einem wunderschönen Sonntag morgen, 6 Uhr, ich wach auf, weil meine Nase zu war und meine Stimme weg gewesen ist (nevermind, ich bin einfach, was das angeht, n' kleines jammerndes Prinzess'chen :D). Um 8 bin ich dann endlich aufgestanden haha, und hab mich fertiggemacht, meine Gastfamilie und ich, wir sind dann los auf den Weg nach Fremantle. Das ist etwa 40 Minuten Autofahrt entfernt, südlich von Perth City, eine kleine Hafenstadt mit vielen süßen Läden, einem Markt usw, und historischen Gebäuden wie das Fremantle Prison, was wir zusammen vormittags besichtigt haben. Echt interessant und empfehlenswert! 
Dann ist meine Gastfamilie schon wieder nach Hause gefahren, weil meine Gastschwester Mittagsschlaf machen muss und wir hatten das extra so abgemacht, damit ich alleine genug Zeit hab, um Fremantle selbst zu erkunden und das hab ich dann auch gemacht. Es war wieder über 30 Grad, aber solange man sich im Schatten aufhält, ist das garnicht so schlimm, man gewöhnt sich dran. Ich liebe Fremantle! Es hat so einen Kleinstadt-Flair, mit dem Hafen dran und den kleinen Häuschen, das hat mich so an Deutschland erinnert, ich hab mich so wohl gefühlt, und dann dieser riesige Markt, die Bilder sind nur ein ganz kleiner Part von dem Markt insgesamt, Straßenmusikanten, Schmuck, Aboriginal-Shops, kleine süße Cafes, Kerzen, Holzarbeiten, Gemälde, alles, was mit Kunst und Kultur zu tun hat, und so viel leckeres Essen. Ich hab meine Subway-Unschuld verloren!! :D (ja ich war zuvor wirklich noch nie in einem Subway..) Dann gegen 5.30 pm hab ich die Heimreise erstmal Richtung Perth City mit dem Zug angetreten, und bis dahin ging noch alles gut. In Perth angekommen dacht ich mir, och ich hab ja noch so viel Zeit (sollte um 8 pm zuhause sein), da geh ich doch nochmal zum Kings Park. 
Problem; der war doch nicht so um die Ecke, wie ich mir das vorgestellt habe und mein Handyakku wurde immer und immer schwächer. In FlipFlops und schweren Taschen gefüllt mit TimTams, bin ich da also in der Hitze bergauf gewandert, und das war wirklich bergauf, nich so n' Flachland-Gedöns, wie wir dNorddeutschen das kennen. Steiler als Rolltreppen. Oben angekommen hatte ich wirklich ne geile Sicht und hab ein paar schöne Fotos machen können. Und mein Platz fürs Dinner war ja mal wirklich atemberaubend (siehe Foto). 




So gegen 6.40 pm ist dann mein Handyakku komplett leer gewesen und mein Handy ist gestorben. :( Ich hab mir da noch keine Sorgen gemacht, hatte ja genügend Zeit, alles im Lot, und hab die Chance genutzt, um Fotos zu machen und was zu essen. 
Aber so nach ner Weile dacht ich mir, ich sollte vielleicht mal jemanden nach der Uhrzeit fragen...7.15 pm!! Und dann bin ich GERANNT. 
Mit Taschen und FlipFlops bergab und ich musste auch noch so dringend auf die Toilette. 
Ich schlaues Kind bin dann erstmal zur falschen Train station gelaufen, eine nette Familie hat mir dann den richtigen Weg beschrieben und dann komm ich da schließlich an und es war 7:58 pm, in 2min sollte ich offiziell spätestens zuhause angekommen sein, doch der nächste Zug sollte erst in 27min kommen (und braucht nochmal 25min bis nach Hause), mein Handy war tot und ich war auch körperlich an meine Grenzen gelangt, vorallem noch mit der Erkältung obendrauf. Mit weinerlicher Stimme bin ich dann zu den Train station Officers gelaufen und hab denen verzweifelt meine Situation erklärt, die waren alle total hilfsbereit und wollten mir erst noch ihr Ladegerät aus'm Auto holen, aber nach vielem Herumfragen hat sich ein Kioskmitarbeiter angeboten, mein iPhone in seiner Musikbox aufzuladen, damit ich zuhause anrufen kann. So erleichtert war ich im Leben noch nicht! Ich hatte mir schon ausgemalt, wie meine Gastfamilie mich sucht, davon ausgehend, ich wäre gekidnappt worden oder so, und dabei sitz ich nur rum und warte auf n' Zug. Ich wollte das Vertrauen meiner Gastmutter behalten und es nicht erneut auf die Probe stellen. Und es hat sich alles zum Guten gewendet, sie fand meine Geschichte sogar recht lustig und findet es gut, dass ich auf diese Art und Weise sehr viel selbstständiger werde. 
Und ich hab im Endeffekt auch Spaß an meinem Pech, ich lach gern über mich selbst. ;) 
Morgen treff ich mich mit zwei Freundinnen aus der Schule in Hillarys am Strand (Fahrrad 20min entfernt) und wir verbringen den Tag bis zum frühen Nachmittag dort. Meine Gastmutter hat mir vorhin vorgeschlagen, mich mal zum Strand zu fahren zum Schnorcheln, und mein Gastvater nimmt mich vielleicht bald mal zum Surfen mit. 
Klingt doch alles super, nicht wahr? ;) Und vielleicht hat der ein oder andere das hier jetzt so gelesen und die Bilder angeguckt und denkt sich jetzt, wie gern er doch an meiner Stelle wäre oder wie gut ich das hier hab und wie perfekt das Leben hier ist. 
Aber das ist nur die eine Seite des Auslandsjahres. Die fröhliche, scheinende, aufregende Seite. Es gab in dem Monat, in dem ich jetzt schon hier bin, so viele andere Momente, die einfach total schwierig sind. In manchen Momenten hab ich mich noch nie so einsam und ausgeschlossen gefühlt. Wenn du zur Schule kommst und dich keiner begrüßt, als wärst du Luft. 
Mein wunderschönes Picknick-Plätzchen <3 
Und keiner mit dir redet, alle ihre besten Freunde haben und du einfach nur froh bist, wenn du daneben stehst und es so aussieht, als würdest du dazu gehören, weil sie dir mal nicht den Rücken zugewendet haben. Das klingt jetzt fies und gemein, und ich möchte das nicht so aussehen lassen, als wären die Australier "Schuld" oder wären irgendwie absichtlich so, nein. Es liegt ja einzig und allein an mir, ich muss ihnen Hi sagen, ich muss mich mit in den Kreis drängen, mitlachen, Fragen stellen, mich einbringen. Aber das fällt mir hier oft sehr schwer, weil ich irgendwie jemand anderes bin, wenn ich Englisch spreche. Meine gesamte Persönlichkeit ist dann irgendwie anders, meine Art, alles. Und ich muss mein englisches Ich erst finden und entwickeln. Ich kann den Leuten in der Schule nichts zeigen, was es noch nicht gibt. Versteht ihr? Mache ich Sinn? :D 
Ein Auslandsjahr ist nicht immer pinkes Traumparadies, das als kleine Warnung voraus für alle die, die sich gedacht haben 'oh wie geil will ich auch'. Seid euch bewusst, dass das eine Herausforderung ist, kein Urlaub. 
Und jetzt ist es 0:20 am und ich muss übermorgen ein neues English Assignment (600 Words) einreichen welches ich noch nicht einmal richtig begonnen habe, aber das macht mir nichts, ich bin wahrscheinlich schon so vom Aussie-TakeitEasy Trip angesteckt. 
Liebe Grüße, Anna <3 

Donnerstag, 20. Februar 2014

Diebische Kängurus und unsichtbare Tanzschulen


Hey, ich meld mich mal wieder, es dauert noch einige Zeit, bis ich meinen Blogrythmus gefunden habe, aber ich versuch einfach, immer dann was zu schreiben, wenn genug passiert ist. Also tadaaa; ein neuer Post!


Ich beginne mal mit vorletztem Wochenende, denn da war ich im Caversham Wildlife Park! Das bedeutet, ihr könnt euch freuen, es gibt neue Känguru- und Koalabilder! Wir waren sehr sehr früh dort und alles war noch sehr schön ruhig und kühl, die Kängurus waren hungrig und kamen alle neugierig auf uns zu, ein tolles Gefühl, von fünf Kängurus umringt zu sein!  Doch wenn dann dein Blick durch Zufall durch die Kängurumenge wandert und du dich an einem Känguru amüsierst, das an irgendwas herumgrabscht... und du dann mit Schrecken feststellen musst, dass es deine Tasche ist, die der Neugierde des Kängurus zum Opfer gefallen ist. Da sind deine fünf hüpfenden Verehrer schnell vergessen! Das Bild hier rechts demonstriert die Situation so ein bisschen, aber bei den anderen Vorfällen hat das liebe Känguru wirklich wörtlich darin gegraben. Meine große Liebe zu den Kängurus ist allerdings trotz ihrer diebischen Veranlagungen nicht zu bestreiten. 
Die Koalas durfte man nicht auf den Arm nehmen zum Schutz der Tiere, aber man konnte neben ihn stehen oder sie von dichter fotografieren, das war wirklich schön! Ansonsten noch so paar andere Tiere, Schlangen, sieht man ja sonst auch nicht jeden Tag, naja wie auch immer, der Ausflug war sehr schön. :) Also wer von euch noch nie ein Känguru oder einen Koala gestreichelt hat, kommt nach Australien und macht es, es wird euer Leben auf jeden Fall erfüllen und bereichern. ♥
Achja! Im Park gab es auch eine Farmshow mit Lämmern und Schafen und Pferden und Kühen, und da wurde doch tatsächlich die 'Ostfriesische Cow' vorgeführt wie im Zirkus und jeder durfte mal melken, alle waren begeistert, haben Fotos gemacht und ich sitz da nur so und lach innerlich vor mich hin, denn die stehen bei uns in Deutschland in Mengen quasi vor der Haustür. Naja, hat eben nicht jeder. ;) 
Dann kam die zweite Schulwoche, die ich aber bedauerlicherweise mit Ausnahme auf Montag komplett zuhause im Bett verbringen musste, weil ich mir warum auch immer eine Mittelohrentzündung zugezogen habe, und zwar mit meinen Erfahrungen als oft-Mittelohrentzündungen-Haberin eine recht starke, ich lag nachts wach vor Schmerz und so.. Nachdem ich mich als Montags durch den Schultag mehr oder weniger gequält hab, war ich dann Dienstag morgens beim Arzt. Alleine. Meine Gastmutter hat mich nur abgesetzt, weil meine Gastschwester zur Daycare musste. Ich da also rein, mit gebrochenem Englisch erklärt, was ich will und dass wir angerufen haben. Dann beim Ausfüllen eines Formulars die nächste Schwierigkeit: Postleitzahl, Haustelefon, nicht mal meine eigene Handynummer wusste ich. Irgendwie hab ichs dann doch geschafft und wurde behandelt, bzw viel behandelt wurde da meiner Meinung nach nicht außer einmal in mein Ohr gucken und dann stundenlang schweigend am Computer tippen. Also da gibts auf jeden Fall ein fettes Plus für die deutschen Ärzte (zumindest meinen!). 

Und so ging dann auch die Woche vorüber, ich hab mich erholt, und während ich so die ganze Zeit im Bett lag, abgeschlossen von allem, kam das gute alte Heimweh wieder hereingekrochen. Ich hab angefangen, Probleme aus dem Nichts zu machen und alles so stark zu überdenken, dass ich am Ende gar nichts mehr wusste (eines meiner ganz besonderen Talente)... jedenfalls hab ich mich da ziemlich reingesteigert und bin dann am Montag zu meiner Local Coordinatorin, um sie um Rat zu fragen, weil ich in dem Moment einfach unglücklich war mit der Situation (und dachte, das würde ein Gastfamilienwechsel bessern). Nunja, ich hatte nicht damit gerechnet, dass die sofort meine Gastmutter anrufen, ich wollte nämlich selber mit ihr reden. Die war dann aber verständlicherweise ziemlich traurig und enttäuscht, weil ich vorher ja nie mit ihr gesprochen habe. Wir haben dann ziemlich lange über alles geredet, die Situation, was mich unglücklich macht und wie wir alles verbessern können, und ich hab festgestellt, dass alles einfach riesige Missverständnisse waren, die nur daher kamen, dass ich Dummchen nicht mit ihr darüber geredet habe. Das war mir jetzt eine Lektion fürs Leben und ich kann euch raten, für alle die noch ein Austauschjahr machen wollen: redet, redet, redet! Schiebt eure Probleme nicht auf irgendwelche "typischen Ats-Phasen" oder das Heimweh oder sonst was, redet sofort,  K o m m u n i k a t i o n  ist mit das wichtigste überhaupt in dieser Zeit und das wurde mir jetzt auf etwas schmerzliche Weise klar. Ich lerne hier echt fürs Leben.. 
Naja, jedenfalls haben wir uns jetzt darauf geeinigt, dass wir ein paar neue Regeln aufstellen und ich zwei Wochen auf "Test" hier wohnen bleibe und dann gucken wir erneut, wie es mit uns weitergeht. 
Ich werde auf jeden Fall aktiver werden wie sonst nie: ich werde einen Surfkurs für Anfänger machen und einer Yogaklasse beitreten (beides an dem Strand nahe unseres Hauses), werde wahrscheinlich anfangen, zu tanzen (Ballet&Lyrical), und wenn alles klappt, auch Gesangsunterricht kombiniert mit Gitarrenunterricht nehmen. Das sind alles Sachen, die ich schon immer mal machen wollte, aber die immer durch irgendwas verhindert wurden, sei es auch durch meine Faulheit (ich will ja hier ehrlich zu euch sein). Aber dieses Jahr steht unter dem Motto  Turn your cant's into can's and your dreams into plans  von daher starte ich jetzt durch und freue mich schon riesig. 
In der Schule gehts auch voran, ich hab vor ein paar Tagen mein Englisch Essay mit 730 Wörtern eingereicht (gewollt waren 500 aber ich konnte einfach nicht anders haha) und nach fast zwei Schulwochen kann ich sagen, das deutsche Schulsystem ist vielleicht nicht unbedingt strenger, aber sehr viel fordernder. In Englisch stöhnen alle bei einer halben Seite Text, die sie sogar noch vorgelesen bekommen, in Drama bekommen wir 50min+ Bearbeitungszeit für ein paar Futzelaufgaben zu Märchen (und einige waren selbst damit noch unzufrieden), in Childcare schreiben wir irgendwie nur Texte ab und gucken Filme und spielen mit Acrylfarbe rum... gut, zugegeben ich hab jetzt auch nicht so die ultra hoch akademischen Fächer, aber einfach die Grundeinstellung ist total anders und Hausaufgaben krieg ich auch irgendwie nie auf. Von den Schülern hier würde kein einziger in Deutschland auch nur ein Schuljahr überstehen, soviel ist sicher. Also, seid stolz auf euch! Ich zumindest wurde dadurch viel belastbarer und toleranter im Vergleich zu so manchen australischen Schülern. 
Spaziergang durch die Nachbarschaft bei Vollmond!
Apropos Schüler, mit denen freunde ich mich in letzter Zeit so richtig an! Wurde schon auf ne Party eingeladen (zu der ich leider wegen der Mittelohrentzündung nicht gehen konnte), Freitag gehe ich ins Kino mit irgendwelchen Mädels mit denen ich einmal gesprochen habe haha und mit vielen baue ich gerade eine richtige Freundschaft auf, man lernt sich kennen. Übrigens, hier ist es irre heiß in letzter Zeit. Über 30 Grad den ganzen Tag und keine einzige Wolke. Gott segne mich dass ich bis jetzt keinen zweiten heftigen Sonnenbrand bekommen habe! Diese Hitze/Dürre ist manchmal echt energiezerrend (gibt's das Wort?) aber ich schlaf hier so von 22 Uhr bis 7 Uhr morgens von daher :) 
Achja, ich hab letztens Kekse gebacken mit meiner kleinen Gastschwester, das war auch so eine Sache. Wer mich kennt, weiß, dass man mich besser nicht an die Küchengeräte lassen sollte, ich erinnere mich nur zu gern an zahlreiche Rauchmelderauslöser bei meinen Versuchen, Pfannkuchen oder Tiefkühlpizza zu machen (nicht wahr, Emmi ;))! Ich hab also einfach alle Zutaten auf einmal reingehauen und der Mixer war auch irgendwie total anders komisch hier... eine Mehlwolke, Knetstunde und einen verbrannten Finger später befanden sich die Kekse dann endlich im Ofen. So erleichtert war ich noch nie. Und ich hab auch nicht den Rauchmelder ausgelöst (ich glaube meine Gastfamilie hat gar keinen...). 
Die Kekse!!! *-* 
Komische Vögel die hier überall rumhängen
Gestern war ich am Strand, Sonnenuntergang angucken (siehe Bilder). Es war so wunderschön! Ich hatte natürlich mein Stativ vergessen und so musste ein Pfahl an den Dünen kurzerhand Hilfestellung leisten. Und ein Typ, der unten am Strand lang lief, hat mich die ganze Zeit nachgemacht und mir zugewunken haha. Solche Strandbesuche abends kommen definitiv mit auf die Liste der öfter-zu-machenden-Dinge. Heute bin ich dann nach der Schule allein ins 10min entfernte Shoppingcenter gefahren, um von dort eine Tanzschule aufzusuchen, die ich mir angucken wollte. 30 min zu Fuß mit Flip Flops bei so gefühlten 55 Grad in der prallen Sonne (ich war eingecremt keine Sorge Mama), ich war wörtlich tot als ich an dem vermeintlichen Ort der Tanzschule an kam, und wanderte dann da ne Weile in dem Industriegebiet rum, keine Tanzschule weit und breit. Meine Wasserflasche war leer und ich hatte Seitenstechen, musste in der Hitze leider erfolglos den Rückweg antreten. Es gibt sicherlich schlimmeres aber ich übertreib gerne haha ;) Naja, irgendwie find ich solche Geschichten ja auch ganz amüsant, hätte alles geklappt, wäre das ja auch echt langweilig nicht wahr? ;) Meine Gastmutter weiß aber, wo die Tanzschule ist, das heißt hin komme ich da bald schon noch mal. 
Wie auch immer, das wars erstmal wieder von mir, ich hoffe, euch hat der lange Beitrag gefallen! Und nochmal wegen der Gastfamilien-Sache, ich werde nähere Details zu den 'Problemen' oder Missverständnissen nicht preisgeben, da das privat ist und ich auch in Betracht auf meine Gastfamilie einfach der Meinung bin, dass das nur uns untereinander betrifft. Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis. <3
Liebe Grüße,
eure schmelzende Anna