Freitag, 7. Februar 2014

Die ersten zweieinhalb Wochen


Waaaaah, ja ich bin es ihr seht richtig! Nach zwei langen Wochen Ruhestand bin ich zurück mit einer Menge Fotos und Infos also dieser Post wird endlos aber egal ;) Ich hoffe, ihr habt nicht allzu sehr gelitten unter der Pause, ich hatte einfach zu tun mit dem mich hier einfinden und einleben, aber nun bin ich wieder für euch da :) 
Vor 17 Tagen um diese Uhrzeit stand ich am Flughafen in Hamburg und hab darauf gewartet, mich zu verabschieden. 
Und jetzt sitze ich bei meiner Gastfamilie und kann Palmen durch's Fenster sehen und irgendwelche Papageien weiter entfernt. Die Vögel hier sind wirklich exotisch, ich bin am ersten Morgen hier aufgewacht und hab fast einen Herzinfakt bekommen vor Schreck beim Hören des Vogelschwarms, der hier übers Haus flog. So anders!
Als ich bei meiner Gastfamilie angekommen bin, war das noch ein bisschen frisch und komisch, weil man sich ja eigentlich fremd war und nun plötzlich zusammen lebt und ich war noch sehr ruhig und unsicher mit dem Englisch.
Ich war am ersten Tag Obst kaufen mit meiner Gastmutter und Gastschwester und dann am Strand, der nur 15min Radtour vom Haus entfernt ist!
Die Wellen hier sind wirklich gigantisch. Ich war letztens alleine mit dem Rad nochmal dort und war dann auch wirklich endlich mal schwimmen. Es war allerdings total windig und kaum war ich 5min aus dem Wasser, hat mich der Wind zu einer lebendigen Sandskulptur verwandelt. Egal, ich liebe es hier trotzdem und muss das wohl in Kauf nehmen ;)
Außerdem hat mir meine Gastmutter mit meiner Gastschwester zusammen Kings Park und die Skyline von Perth gezeigt und das ist wirklich einer der schönsten Orte, an denen ich jemals gewesen bin. Überall Palmen und andere exotische Bäume, Eukalyptusbäume, Bonsai, überall picknickende Familien und Pärchen, und Spielplätze gibt es hier in Australien wirklich tonnenweise überall. 
In der ersten Woche hatte ich ja noch keine Schule und hab deshalb alles hier ausgetestet, also bin mal alleine mit dem Zug nach Perth City gefahren, oder mit dem Bus in ein Shoppingcenter und hab bisschen Sommersachen gekauft, die Klamotten hier sind alle richtig geil! *-* (abgesehen vom Preis, Shorts 50$ ist normal, da musst du die billigen Shops raussuchen wo die Shorts dann 25$ kosten) aber ich finds eigentlich okay. Mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich immer besser und besser, meine Gastschwester (2 Jahre alt) kommt mittlerweile immer zu mir zum Kuscheln und vermisst mich, wenn ich in der Schule bin (und nennt mich Annie, was ich richtig niedlich finde:)) und auch mit meiner Gastmutter verstehe ich mich richtig gut, ich fühle mich wirklich zuhause hier und wohl und gut aufgehoben. 

Kings Park

Dann kam Montag, mein erster Schultag. Ich war so aufgeregt und bin erstmal ganz alleine brav in meiner Schuluniform mit den beiden Bussen, die ich nehmen muss, zur Schule gefahren, wo ich dann völlig verloren  einfach nur herumgelaufen bin und mich hat jeder total dumm angestarrt, wahrscheinlich weil mein Rock zu groß war und aussah wie so'n Schottenrock oder so :D Irgendwann hab ich dann durch Zufall den Coordinator für Year 11 und die anderen neuen Schüler für Yr11 getroffen, (nur 1 weiterer international student, eine Chinesin die für zwei Jahre bleibt). 
Da es der Anfang des Schuljahres war, wurde ein Assembly veranstaltet, zu dem wir alle zur Sporthalle mussten. Plötzlich kamen so zwei Mädchen an und haben mich gefragt, ob ich neu bin und mich dann begrüßt, umarmt und mit zu ihren Freunden genommen und mich dann allen vorgestellt, den ganzen Tag lang, und die haben echt viele Freunde, mich kennt jetzt so ziemlich jeder als 'die Neue' und ich hab jetzt ne große Basis an Leuten, und kann darauf jetzt Freundschaften aufbauen. 

Meine Fächer sind Health Studies, Child care, Drama, Visual Arts, English und Tourism.
Neues Lieblingsessen!! 
Health Studies kann man sich denken, Gesundheit etc, (dieses Jahr Thema Krebs), in Child care lernen wir alles über Babys und die Entwicklung von Kleinkindern und so, gucken oft Filme, und irgendwann kriegen wir auch solche Babypuppen, die dann nachts schreien und die wir auch füttern müssen, auf die wir eine Zeit lang aufpassen müssen (und auch mit zur Schule nehmen..) das wird noch lustig! 
Drama ist Theater, das heißt wir werden viel schauspielern, improvisieren, eigene Stücke entwickeln und gegenseitig präsentieren... Dass ich Drama gewählt habe, passt eigentlich garnicht zu mir. Ich liebe es zwar, Leute zu entertainen, aber ich werd richtig nervös, vor einer Gruppe von 'fremden' Leuten zu reden oder etwas vorzustellen, vor allem auf Englisch. Aber dieses Jahr ist dazu da, meine Grenzen zu überschreiten und dazuzulernen und das machen, was ich schon immer machen wollte, also warum nicht! 
In Visual Arts zeichnen und malen wir viel, das ist definitiv eins meiner Lieblingsfächer! 
In English haben wir Travel writing, das heißt wir müssen ein 500-Wort-Assigment zu Dienstag übers Reisen schreiben. Fällt mir vom Thema leicht, vorallem weil ich da jetzt gerade so viel Erfahrung sammel :D Danach analysieren wir Blogbuster und andere Filme und lesen ein Buch. English ist auf jeden Fall eine Herausforderung genauso wie Tourism, weil mir im Moment einfach noch ein bisschen die Sprache fehlt, aber ich tue mein bestes. In Tourism lernen wir alles über die Aboriginal Culture und Traditions, find ich interessant! 
Hillarys Boat Harbor und meine Uniform (entschuldigt meine Röte und so, es war ein langer Tag :D)

An die Uniform hab ich mich jetzt nach der ersten Schulwoche echt schnell gewöhnt. Das ist so einfach, wenn man sich garnicht mehr um Klamotten kümmern muss und einfach so ist, wie man ist. Die Freundesgruppen hier sind finde ich auch total gemischt und locker, also von dem was ich so mitkriege, Mädchen und Jungs sind wie Bruder und Schwester, wie eine Familie hier, Year 11 Community! <3 
Ich mache schon Fortschritte im Freunde finden und bin da ganz optimistisch :) 
Ich wollte ja hier auch endlich mit Tanzen anfangen, die Suche nach einer Tanzschule läuft auf Hochtouren! ;) Leider nehmen nur so wenige Beginner.. anyways. 

Eine meiner Aufgaben hier ist, den Garten zu bewässern mit dem Gartenschlauch und das ist ein riesen Beet und trotz dem täglichen Kampf mit dem Gartenschlauch, den ich überall mit hinschleppen muss und dann am Ende klatschnass bin, macht das total Spaß! :D 
Picknick mit der Gastfamilie.. <3
Oh, was ich auch noch erzählen wollte, ich habe gestern meinen allerersten Gecko/ Reptil/ Salamander gesehen im Garten!! Der flitzte da so über die Steine und war ganz schnell weg. Ich hab mich total gefreut! Eine Schlange oder irgendwelche Spinnen hab ich hier noch nicht gesehen. Oder auch wilde Kängurus noch nicht. 
Einen Sonnenbrand hab ich aber leider schon bekommen, auf den Schultern, bisschen auf den Armen und auf der Hand, und das schlimmste; auf der Nase. Warum zur Hölle auf der Nase! Ich sah aus wie ne Tomate an meinem ersten Schultag. Nun ist schon fast alles wieder weg und ich bin an den Stellen gebräunt und an den Füßen komischerweise auch schon, obwohl ich eigentlich die Anti-Braun-Werd-Person schlechthin bin. Wer weiß, vielleicht hab ich meine Vampirbleiche ja in Deutschland gelassen. ;)
Palmen im Shoppingcenter
Heute in Drama haben wir Meditation gemacht, das heißt alle sollten sich im Raum verteilt auf den Boden legen, das Licht wurde ausgemacht und eine Entspannungs-Cd gehört und nach 5 Minuten bin ich eiskalt einfach eingeschlafen und aufgewacht 3 Minuten vor Schluss, als alle schon wieder geredet haben und so - ich hab absolut keine Erinnerung mehr an die Stunde aber wenigstens hab ich tief geschlafen! :D Das werden wir jetzt jeden Freitag machen! 
Nach 17 Tagen Australien ein Fazit abgeben? Wie hab ich mich verändert? Wie finde ich es bis jetzt? Habe ich es mir so vorgestellt?
Eins hat sich definitiv schon verändert, und das ist meine Sicht auf mein altes Leben, auf Deutschland, meine Familie und Freunde.
Ich hab in Deutschland nie wirklich realisiert, dass die ganzen Freundschaften, eine tolle Familie, die einen immer unterstützt, einfach alles, was ich in Deutschland nie wirklich wertgeschätzt habe, die kleinen Dinge im Alltag, das Sonntagsfrühstück, die Umarmungen mit meinen Eltern, die Mittagessen mit meinen Oma&Opa, Familienfeste, meine Brüder, meine Katzen, die immer zum Schmusen da waren, das Lächeln meiner besten Freundin..., dass das alles nicht selbstverständlich ist. Ich musste nie wirklich was dafür tun, und hier fange ich ja bei Null an. 
Es ist schwer, alleine mit allem klarzukommen. 
Ich meine, ich hab ja immernoch meine Gastfamilie, die wirklich unglaublich lieb ist und mir viel helfen, und ich liebe auch vieles hier, das Essen, die Spielstunden mit meiner kleinen Gastschwester, mein Schulweg unter Palmen, Englisch reden den ganzen Tag lang, meine Fächer, und und und.. 
Deshalb hatte ich schon ein paar Heimwehattacken, aber keine Sorge, das macht denke ich jeder Austauschschüler mal durch. ;) 
In den 17 Tagen hat sich vorallem eins an mir verändert, und das ist auf andere Leute zugehen. Diese Fähigkeit lag mir nie besonders und ich hatte mir auch gewünscht, das hier zu ändern. Und voila! 
Die Rezeption/Eingang meiner Schule
Es geht hier eigentlich garnicht anders, du musst einfach irgendwen anlabern und nach dem Weg zum Englischklassenraum fragen oder auf welchem Gleis der Zug kommt oder ob sie irgendwas für dich notieren können oder was auch immer; und dann ist es egal, ob es Englisch ist, oder Deutsch, oder Indonesisch, oder Portugiesisch; du machst es einfach und überwindest dich. 
Die Leute hören eh an dem Akzent, dass du nicht von dort bist. 
Ich weiß noch, ich hab einen Busfahrer mal so verwirrt, dass er mich kostenlos hat mitfahren lassen, dem anderen singapurianische Dollar gegeben mit der festen Überzeugung, es wären australische, und ein anderer musste sich tausend Mal wiederholen, bis ich ihn halbwegs verstanden habe. 
Aber das ist nicht schlimm, denn du lernst dazu. Und du wirst stärker mit jedem Mal.
Auf Leute zugehen ist definitiv kein Problem mehr und Leute, die damit ein Problem haben, ich sag euch, ein Auslandsjahr ist für euch wahrscheinlich genau das richtige. 
Mein Englisch wird auch immer weniger das Problem. Am Anfang war es komisch, ich wollte alles richtig sagen und hab dann oft lieber garnichts gesagt und saß nur still rum. Aber mittlerweile laber ich drauf los, ohne mir vorher Sätze zurecht zu legen, und wenn ich nicht weiter weiß, wozu gibt es Zeichen? ;) 

So, das wars erstmal von mir, ab jetzt versuche ich, öfter zu posten, ich hoffe, hier hat keiner ein Problem damit, dass die Einträge immer so lang sind :D 
Für Kritik, Verbesserungsvorschläge oder irgendwelche anderen Anmerkungen würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir hier unter Kommentare mal ein bisschen schreibt. :)
Liebe Grüße aus Perth!!

PS: Das Anreise-Singapur-Adelaide-Video ist fertig! Guckt einfach unter Videos da oben in der Leiste :) Guckts aber in 720p, es lohnt sich! :) 

Kommentare:

  1. Hallo Anna,
    habe mich sehr gefreut über deinen ausführlichen Bericht und deine Ehrlichkeit. Wart ab, in vier Wochen lachst du über diese liebenswerten Anfangsschwierigkeiten.
    Hab Dich lieb!
    hillubald

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    1. Danke! Ja, hoffentlich :) Muss man einmal durch, dann gehts bergauf. Danke! <3 Hab dich auch lieb!

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  2. Hallo Anna!
    Ich finde es super, dass deine Berichte so lang sind. So kann man als Leser super mitfiebern. Aba das kann man ja bei deiner super Schreibweise ja eigentlich so und so;).
    Was ich mich aba eigentlich schon die ganze zeit frage...was ist das neue Lieblingsgericht?

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    1. Das sind so mexikanische.. ja, wie kann man das beschreiben :D Schmeckt bisschen wie süßes getoastetes Toastbrot mit Zimt, und dann tunkt man das in geschmolzene Schokolade oder Karamell ein! *-*
      Und danke!! :)

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  3. Hey anna,
    Vielen lieben dank fuer deinen bericht! :) und ich finds super, dass du dir vorgenommen hast offener zu sein und auf menschen zu zu gehen, und dass das jetzt auch noch so gut klappt!! Das mit dem heiweh wird schon auch noch... ;)
    Ich wuensche dir ein suuuuper jahr!
    Liebe gruesse, lilly

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  4. Hallo,

    toller Blog, hab einfach mal gegoogelt, ob's denn aktuell solche Blogs gibt, weil ich bin auch grad in Perth, im Dezember angekommen... mache allerdings work & travel... Werde den Blog auf jeden Fall weiterverfolgen!

    Gruß

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