Samstag, 21. Juni 2014

Es war einmal ein Mädchen...

…das träumte von der Welt. Von den Palmen am Strand und den Flüssen im Wald. Von den Walen im Meer und den Vögeln an Land.
Und sie träumte vom Reisen, vom entlausen Treiben durch die Kontinente, vom Entdecken und Erleben. Von einem Abenteuer. 
Und da entstand ein Traum. Und er war zunächst nur klein, ein unbedeutsamer Spross unter der Schneedecke. Aber er wuchs und wuchs.
Und viele Papiere, Unterschriften, Gespräche, Koffervollstopfungen und Abschiede später, war der Morgen gekommen.
Der 22. Januar. 
Rot angestrichen im Kalender. 
Ein etwas gequältes Lächeln
Die automatische Erinnerung meines Handys erinnert mich daran, für den Fall, dass ich vergessen haben sollte, dass ich heute nach Australien fliege. 
Es klingt selbst jetzt, 150 Tage später, noch unrealistisch. 
Denn alles begann wie ein normaler Morgen. Meine beste Freundin hatte an dem Tag bei mir übernachtet, sodass wir kaum wirklich Schlaf bekommen hatten. 
Alles war so normal, und doch so anders. Ein leerer Kleiderschrank. Ein leeres Bett. Ein leeres Zimmer. Eine letzte Umarmung mit den Katzen. Tür zu. Koffer ins Auto. Ein letzter Blick aufs Haus. Und weg. 
Die Autofahrt nach Hamburg hab ich so ziemlich verschlafen, und auch beim kleinen Frühstück im Flughafen war ich mental irgendwie abwesend. 
Ich weiß noch genau, wie ich in der Sicherheitskontrolle stand im Hamburger Flughafen, aufgeregt wie ein Pudel, als ich auf diese große Elternmenge schaute, die alle gute Miene spielten und sich hinter ihren winkenden Taschentüchern dann wohl doch die ein oder andere Träne wegwischen mussten. Mittendrin meine Eltern und meine Freundin.
Ein letzter Blick, ein letztes Lächeln, ein Daumen hoch.
Das Flugzeug, indem Träume wahr werden
Die letzte Erinnerung. Ich muss diesen Blick einsaugen und für ein Jahr festhalten. 
Und ich drehe mich um. Schaue nach vorne. Und ich weiß noch genau, was mir in dem Moment durch den Kopf gegangen ist. 
Das ist es. Mein Traum. Von jetzt an bin ich alleine. Dieses Jahr ist mein Abenteuer. 
Alles lief ab wie ein Traum. Ich musste mich immer wieder wach schütteln, und mich dreifach überzeugen, dass ich wirklich in Singapur bin. Dass ich wirklich Australien auf dem Flugzeugbildschirm sehe. 
Nicht mehr viel hätte gefehlt und ich wäre in dem Wildlife Park auf Ewig als 'die Verrückte, die ein Känguru schubst, weil sie nicht glauben kann, dass sie wirklich in Australien ist', in Erinnerung bleiben. 
Doch viel Zeit für philosophische Gedanken hatte ich dann doch nicht, bis das Flugzeug über der Skyline von Perth landete.
Auf der Fahrt zu meiner Gastfamilie habe ich nicht nur realisiert, wie sehr ich doch noch an meinem Englisch arbeiten muss, sondern war auch äußerst amüsiert von dem Gedanken, dass ich die Straßenschilder am Highway wieder erkenne, weil ich die Strecke schon so oft mit Google Street View durchgefahren bin. 
Schließlich fuhr das Auto auf die Auffahrt meiner Gastfamilie. Die Tür öffnete sich und meine Gastfamilie begrüßte mich herzlich. Die Menschen, die sechs Monate später für mich wie eine echte zweite Familie sind. 
Und eine Millisekunde später sind 150 Tage herum. 
Ein Wort, um diese 150 Tage zu beschreiben? 
Entwicklung. 
Alles hat sich entwickelt. 
Freundschaften, Vertrauen und Liebe. 
Zu Menschen hier in Australien.
Für alle Blindfische, das ist in Singapur
Und zu Menschen in Deutschland.
Aber am meisten entwickelt hat sich meine Wenigkeit. 
Ich habe als neugieriges, aber unwissendes 'kleines' Mädchen Fuß auf australischen Boden gesetzt. Wie ein kleines Rehkitz, das mit geschlossenen Augen auf eine Klippe zurennt. 
Aber ich bin nicht gefallen. 
In diesen 150 Tagen habe ich gelernt, über die Klippe zu springen. Und über die nächste. Und die nächste. 
Und ich bin bereit für 200 weitere Klippen. 


Ich habe viel gelernt, über Menschen, die Natur und das Leben. 
Ich weiß nun, dass du immer ein Handyladekabel dabei haben sollte. Und ein Handy natürlich. Und einen Regenschirm. Und dass Ugg Boots nicht immer so passend sind, wenn es draußen wie aus Eimern schüttet. Und dass Chucks nicht wesentlich besser sind. 
Und dass du dir deinen Pin-Code für die Bankkarten nicht irgendwo ins Handy notieren solltest, denn du könntest ihn ja verwechseln und deine Bankkarte sperren und vielen Menschen viel Arbeit machen, dir über 23 Länder und 2 Ozeane 'ne neue Bankkarte zu schicken. ('Tschuldigung Mama <3 )
Aber vorallem habe ich herausgefunden, wie man alleine ist. 
Das klingt vielleicht komisch für euch, weil ihr euch vielleicht denkt, alleine sein ist doch nicht so schwer, ihr sitzt ja jetzt auch alleine vorm Laptop in eurem Zimmer, pfft, kann doch jeder, was ist dabei.
Das dachte ich auch, aber es ist weitaus mehr. 
Denn ich meine so richtig alleine sein. Ohne Sicherheitsnetz, ohne Freunde. 
ein atemberaubender Moment..
Ich bin meine eigene beste Freundin geworden. Und das ist nicht traurig. Das ist wichtig. Denn wenn ich jetzt zurückschaue, hatte ich vorher keinerlei Beziehung zu mir selbst. Immer fokussiert auf andere, immer am Kommunizieren mit jemandem, immer irgendwie in Kontakt, unterwegs, am Telefonieren, texten, Facebook, Instagram, Tumblr, was weiß ich noch alles. Immer für andere da. 
Hier habe ich gelernt, für mich selbst da zu sein. 
Wer bin ich eigentlich ohne meine Freunde und Familie? Ich, allein, als Person? 
Die langen Strandspaziergänge haben sich besonders hier bezahlt gemacht. 
  Ich habe viel nachgedacht. Ich hab' mich überwunden. Mich meinen 'Ängsten' gestellt. Damit meine ich nicht das große Bild, dass ich ohne Mama und Papa nach Australien gekommen bin, ich meine die kleinen Dinge. 
Innere Stärke ist größer als du selbst
Ich meine, sich trauen, die fremde Target-Verkäuferin auszusprechen, wenn man wissen will, wo die Regenschirme sind. 
Ich meine, in großen Menschenmengen nicht panisch das Weite suchen. 
Ich meine, endlich die Dinge anfangen, die man schon immer machen wollte, denn jetzt ist verdammt nochmal die richtige Zeit dafür und wir sind jung und freier denn je.
Ich meine, fremde Leute anrufen. 
Ich meine, alleine neue Dinge beginnen ohne deine beste Freundin an deiner Seite.
Ich meine, ein Gespräch mit dem netten Mädchen in der Schule zu beginnen, was mich immer so lieb anlächelt. 
Wir sind heute gute Freunde. 
Ich meine die Dinge, zu denen man in Deutschland wohl nie durchgedrungen wäre, wenn man es nicht gemusst hätte. Und die Dinge, die wahrscheinlich keiner versteht, der nicht selber an einem Punkt in seinem Leben da mal durch gemusst hat. 
  Am Anfang des Jahres stand ich der Idee, alleine shoppen zu gehen, äußerst kritisch gegenüber. Aber ich hatte ja noch keine Freunde, und dann musste ich wohl oder übel. Und ich hab Zeit mit mir selbst verbracht. Und jetzt würde ich alleine shoppen vor allem bevorzugen (mit Ausnahme von meinen besten Freundinnen, keine Sorge Mädels ;)). 
Ich sitz' oft einfach im Sand am Strand, im Park auf dem Gras, auf den Felsen der Brandung in Hillarys Boat Harbor, abseits vom Trubel und beobachte die Welt. 
Nur irgendwo sitzen, vielleicht mit 'nem Frozen Yoghurt oder 'ner Cola, und über das Universum nachdenken, oder die Familie die ein bisschen weiter weg spaziert, und mich darüber wundern, wie viele Familien wohl heute ein Kind bekommen haben. 
Und wie viele Familien eins verloren haben. Oder was wohl gerade in New York passiert. 
Oder in Ghana. 
Und wie viele Leben heute dahingeschieden sind. Und wie viele davon zurück auf die Erde gekommen sind. 
Und was Liebe ist.
Und was ich alles noch machen möchte bevor ich sterbe.
Und was andere Menschen alles nicht machen können, bevor sie sterben. 
Und ob es einen Gott da oben gibt. 
Und ob Vampire und Meerjungfrauen vielleicht doch existieren. 
Und was passieren würde, wenn man herausfände, dass sie existieren.

Das konnte ich vorher nicht, und ich finde es wichtig, dass man so etwas kann, denn wie viele Freunde du auch hast, am Ende des Tages bist es immer nur du. 
Und egal, wo du bist und was dir passiert. Solange du dich selbst dabei hast, wirst du nie einsam sein.


Perfekt unperfekt
Und das ist es, was jeder immer meint mit diesem ganzen Selbstfindungsgedöns was ich vorher nie verstehen konnte. Ich war immer der Überzeugung, man kann doch nicht vergessen, wer man ist, es sei denn man hat Alzheimer oder Parkinson. Ich bin Anna, und ich mag Katzen, Kunst und hasse Senf, ich weiß, wer ich bin, wie kann ich mich noch mehr finden?! Und wie kann man sich überhaupt finden, such' ich unter Steinen und hinter Bäumen oder wat? 
Abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass man sich nicht endgültig finden kann, weil man sich ständig verändert, Veränderung ist Leben. 
Aber es geht nicht darum. 
Du könntest deine beste Freundin oder Freund in fünf Sekunden bis auf deren kleinstes Detail beschreiben. Du weißt ihre Meinung zu Religion oder Abtreibung oder den Sinn von mathematischen Ableitung und deren Gebrauch im täglichen Leben (der nämlich nicht existiert, es gibt Taschenrechner nicht ohne Grund :P). Du kennst ihre Talente sowohl als auch ihre Schwächen. Aber weißt du all diese Dinge über dich selbst? Kannst du dich nur mit deinen Gedanken beschäftigen? 


Und das ist nur meine Auffassung von dem ganzen. Vielleicht stimmst du nicht zu, siehst es anders oder findest, dass ich aus 'ner Maus 'nen Elefanten mache. Aber dann war für mich das, was du als Maus siehst, der Elefant von vornherein. 

Ich hab' hier in Australien außerdem viele neue Hobbys entwickelt und damit meine ich nicht nur Tanzen oder Singen, was ich *endlich!!* in die eigene Hand genommen habe. Ich hab angefangen, zu schreiben und zu zeichnen, bin mehr Richtung Philosophie, Psychologie und Kunst unterwegs, wie ihr vielleicht in manchen meiner Posts schon ein bisschen raushören konntet. :D

Ich hab' gerade n bisschen den Faden verloren. 
Egal, haha :D Australien hat einen Platz in meinem Herzen gewonnen. 
Und all diese Erinnerungen kann mir niemand nehmen. Das sind meine eigenen 'weißt du noch' Momente, die niemand anders verstehen würde und die ich nur mit mir selbst teile. 
Und wenn ich nächstes Jahr wieder in Deutschland bin, und mich Leute fragen, ob ich denn Freundschaft geschlossen habe, dann sage ich ja, mit mir selbst, und sie wird ein Leben lang halten. 
Und wenn sie fragen, ob ich denn Heimweh gehabt habe, dann sage ich nein, denn ich hatte alles und jeden in meinem Herzen bei mir. 
Und wenn sie fragen, ob es denn schwierig war, dann sage ich ja. Und meine damit nicht das große Bild. Sondern all die kleinen Dinge, an die niemand denkt. Aber die mich täglich stärker gemacht haben. 
Und allein deshalb ist es das alles sowas von wert. 


♥ AMEN ♥


Danke an jeden, der mir in irgendeiner Form geholfen hat, diesen Traum zu verwirklichen. Es geht um so viel mehr als nur eine neue Sprache zu lernen und 'n bisschen Sightseeing. Danke, dass ihr mir Flügel gegeben habt. Und vertraut mir, ich werd' mit diesen Flügeln immer wieder zurückkommen. ♥



Sonntag, 15. Juni 2014

♥FOTOWETTBEWERB♥


D A N K E S C H Ö N 

FÜR 50.000 BLOGAUFRUFE! 

Meine Güte, ihr seid unglaublich, ich bin so froh, so treue Bologneser haben zu dürfen :)
Vorallem auch das Feedback, das ich immer bekomme, und erneut, es tut mir so Leid, ich versuche mal demnächst auf alle eure Emails und Kommentare zu antworten. 
ABER ich hab ja eine Überraschung versprochen, wenn wir die 50.000-Marke knacken! 
Und zwar werde ich ein kleines Gewinnspiel veranstalten. 

Die besten drei Gewinner werden Post von mir bekommen. 
Jeder der drei bekommt eine Postkarte aus Perth, der zweite Platz bekommt Timtams dazu und der erste Platz bekommt neben Postkarte und Timtams ein kleines Souvenirkängurukuscheltier (ein echtes Känguru lässt der Zoll bedauerlicherweise nicht zu..).

Es wird ein kleiner Fotowettbewerb veranstaltet zum Thema Reisen. 
Es ist egal, ob ihr Austauschschüler seid oder nicht. Euer Foto muss aber,vielleicht zusammen mit einem kleinen Spruch oder Text, ausdrücken, was Reisen für euch bedeutet, wie es euch beeinflusst hat oder was euch daran so inspiriert. Falls ihr ein besonders amüsantes Foto aus dem Urlaub habt, zusammen mit einer lustigen Background Story, her damit! Oder vielleicht ein besonders beeindruckendes Foto an einem speziellen Ort? Es gibt keine Grenzen. Alle eingesendeten Fotos werd' ich dann irgendwie hier veröffentlichen und euch eine Möglichkeit zum Abstimmen geben (wie ich das anstellen werd, muss ich noch herausfinden :p). Dann bekommt ihr auch als Leser die Chance, zu voten. Ich hoffe, ihr habt Spaß daran und wie gesagt, lasst eurer Kreativität vollen Lauf! ;) 

Euren Beitrag könnt ihr mir per Email senden: anna.glashagen@googlemail.com 
Ich freu mich schon auf eure Beiträge! :) (und hoffe, dass auch welche kommen! :p) 

Ihr habt ab heute genau einen Monat Zeit, euch was zu überlegen. Ich denke, bis dahin wird jeder mal seine Inspirationsphase gehabt haben und auch Zeit dazu :) 
Also, Einsendeschluss ist der 15. Juli.

Verbreitet diese Nachricht wie die kleinen Täubchen! ;) 
Und mir ist gerade aufgefallen, dass mein wunderbares Laptop oben Blogleser zu Bologneser korrigiert hat. Naja, vielleicht mögt ihr ja auch Bolognese so gern wie ich. :p

Sonntag, 8. Juni 2014

Ein Atemzug voll Adelaide und es war einmal eine portugiesische Galeere...

Manchmal vergeht die Zeit so schnell, da blinzelt man einmal und schon sind gleich fünf Tage auf einmal verstrichen und es kommt einem alles wie ein Traum vor. 
Und alles, an was man sich festhalten kann, sind Fotos, Postkarten, Bustickets und Erinnerungen im Herzen. 

Und damit ein recht freundliches Hallo aus Perth! Letzte Woche ist viel passiert, und deshalb komm ich auch gleich zur Sache.
Ab Montag hatte ich ja Exambreak, das heißt sowas wie Abschlussprüfungen für das erste Semester des elften Schuljahres. Wenn du keine Examen hast, brauchst du in diesen zwei Wochen nicht in der Schule erscheinen. 
Mein einziger Examen war in Englisch, gleich am Montag, aber wie das abgelaufen ist etc. erzähle ich im Schulpost, der immernoch in Arbeit ist und hoffentlich auch bald kommen wird, aber ihr kennt mich ja ne ;) 

Am folgenden Dienstag und Mittwoch habe ich im Grunde genommen nichts gemacht, oder, wie man es auch ausdrücken könnte, mich mental auf das bevorstehende Wochenende in Adelaide vorbereitet haha.
Denn am Donnerstag sollte es für mich früh losgehen zum Flughafen, damit ich bis Sonntag meine Freundin Isabel besuchen kann. Sie ist auch Austauschschülerin mit Southern Cross, wir haben uns auf der Seite ausgetauscht.de zufällig kennengelernt und sind in den etwa anderthalb Jahren seitdem richtig enge Freunde geworden. (Ihr Blog -> http://isiinaustralia.blogspot.de ). 
However, ich hatte fertig gepackt, und wach dann am Donnerstag zu einer wunderbaren SMS von Virgin auf (meine Fluggesellschaft),(Gott das klingt als würde ich ne ganze Fluggesellschaft besitzen haha), in der stand, dass mein Flug 4 Stunden Verspätung hat. Aber das hat mir die Laune nicht verdorben. Nach einem gehetzten Shower wurde ich dann vom Airport Pickup Service vom Australian Homestay Network (meine australische Orga die alles mit dem Gastfamilien regelt) zum Flughafen transportiert und mir dort erstmal Rührei und Bacon gegönnt. 
4 Stunden nach ursprünglichem Abflugtermin saß ich dann endlich im Flugzeug. 
Mount Lofty Hike im Regen
In Adelaide von Isabel in Empfang genommen, sind wir mit dem Taxi heim (meine erste Fahrt in einem Taxi, nur mal so nebenbei), von da an ging alles so schnell, und plötzlich saß ich schon wieder im Flugzeug heim. 

Haha, keine Sorge, das war nicht alles was ich euch jemals erzählen wollte. Trotz des verregneten und kalten Winterwetters in Adelaide haben wir viel unternommen, sind viel in der Stadt rumgelaufen (die nicht sehr groß ist), waren im botanischen Garten, shoppen (natürlich ;)), in Glenelg (ein populärer Strand mit kleiner Shoppingmeile dran), sind einen Berg im Regen hochgewandert, waren Rollerskaten und so weiter. 
Mount Lofty Oben: Mai  Unten: Januar 
Adelaide erinnert mich richtig an London (auch wenn ich noch nie in London war), aber es hat einfach diesen starken europäischen Flair. Ich hab mich fast wie in der Hamburger Innenstadt gefühlt, ohne Witz. Das Wochenende war total schön und ich bin froh, nochmal die Chance gehabt zu haben, Adelaide zu erkunden (das erste Mal waren ja die drei Introduction Tage mit SouthernCross im Januar). Wir hatten richtig viel Spaß und haben viel gelacht. Was ich letztendlich aus den Tagen mitgenommen habe, ist neben der sehr vertieften engen Freundschaft mit Isabel viele neue Lebenserkenntnisse: dass manchmal weniger mehr ist, besonders in Bezug auf Frozen Yoghurt, dass Wasser doch Geschmack hat und das Wasser aus Fiji sowieso am besten schmeckt, dass ein verspäteter Flug auch mal nur gute Nachteile haben kann, dass Zac Efron einfach in jedem Film gut aussieht, dass 'Copenhagen' das beste Frühstück dieses Universums zubereitet und dass Döner in Australien ausnahmslos nicht schmeckt. 
Eisig kalter Glenelg Beach

Das waren meine Tage in Adelaide. Der Rückflug war auch so ne Sache, Isabel und ich saßen nämlich ahnungslos für eine halbe Stunde am falschen Gate, bis wir dann nebenbei zufällig meinen Namen durch die Lautsprecher hörten und ich zum richtigen Gate rennen musste, um meinen richtigen Flug nicht zu verpassen. Aber ich hab mich halb totgelacht, sowas passiert auch nur mir ;p Angekommen im Flugzeug hatte ich einen Fensterplatz ganz hinten in der letzten Sitzreihe und da die Frau neben mir sich umgesetzt hatte, konnte ich mich schön auf zwei Stühlen ausbreiten und hinkuscheln. Gegen Ende wurde der Flug dann noch ein bisschen holprig aber das stört mich nicht. Ich bin vom komplett unsicheren Beginnerflieger zum mittlerweile total sicheren Profipassagier geworden, in nur fünf Monaten habe ich bereits acht Flüge hinter mir, fünf davon alleine. 
Rückflug <3

Die letzte Woche in Perth ging dann auch schneller rum als ich dachte. Ich hab 'Maleficient' mit Meg im Kino geguckt, hatte Tanzen, war oft für lange Strandspaziergänge während des Sonnenuntergangs am Strand oder war in der Stadt bummeln. Schule hatte ich ja dank den Exams nicht, nur am Donnerstag musste ich für meine Tourism Group Speech erscheinen. Hab dann gegen Abend realisiert, dass mein Englisch Assignment vor zwei Tagen bereits fällig war, hab das dann schnell getippt und abgeschickt (war ein Blogeintrag über ein Thema unserer Wahl, ich hab Dance Moms und Toddlers&Tiaras kritisiert). 
Vom gestrigen Strandbesuch hab ich nun fünf Millionen Springbilder mitgenommen haha. Heute bin ich mit dem Bus zum Memorial Park mit den wilden Kängurus gefahren, der hier in der Gegend ist, hab mich einfach auf ne Bank gelegt und geträumt während ein paar Meter von mir entfernt freilebende Kängurus mit ihren Babys gegrast haben. Es sind besonders diese kleinen Momente, in denen du so unbeschreiblich dankbar bist, hier zu sein. Hätte mir jemand vor drei Jahren erzählt, dass ich mit 15 alleine in Australien durch die Gegend flieg und auf Parkbänken Kängurus beobachte,… aber nun gut. 
Achja, ein paar schwarze gruselige Krähen haben mein kleines Nickerchen dann aber unterbrochen. Erst kam nur eine, dann zwei, und plötzlich war ich von acht oder neun dieser Viecher umzingelt, buchstäblich, die waren über mir, links, rechts, vor mir, als eine dann auf die Bank sprang, wurde mir zu mysteriös und ich bin weg. Vorallem, weil Australier mir mal erzählt haben, dass diese Vögel eine Vorliebe für das Auspicken von Augen besitzen. Nein. Nicht mit mir. Ich brauch meine Augen noch. 

Aber was mich zum Nachdenken gebracht hat… dieser Park ist ja ein Memorial Park, das heißt eine Gedenkstätte für verstorbene Familienmitglieder, und der Weg ist bestückt mit vielen Blumen und Grabsteinen, Fotos, Texten usw. Quasi ein Friedhof. 
Glaubt jemand von euch an Wiedergeburt? Dass man nach dem Tod als neues Lebewesen erneut auf die Erde kommt und die Seele sozusagen in einen anderen Körper wandert? Mir ist das da zwischen diesen Krähen fast kalt den Rücken runtergelaufen, bei dem Gedanken, diese Krähen könnten verstorbene Menschen sein, die mir irgendwas sagen wollen. Was auch immer die Message war, ich hab sie nicht bekommen. Aber gruselig war's schon. Das nächste Mal sollen die das mit in den Sand schreiben oder Steine legen oder so versuchen. 


Und jetzt spring ich nochmal zurück zu der Woche vor Adelaide, denn ich muss euch unbedingt noch von meiner etwas anderen Begegnung mit australischen Meerestieren erzählen. 
Es war einmal ein regnerischer, stürmischer Dienstagnachmittag im australischen Perth. Ich war im Shoppingcenter Mittag essen, weil mir langweilig war und bin dann danach an den Strand nahe unseres Hauses für einen Spaziergang. Wie gesagt, es war regnerisch bewölkt und super windig kalt. Definitiv eine Erfahrung, denn der Strand war VOLL von Algen, außergewöhnlichen Muscheln, Seeigeln und anderen farbigen außerirdischen Meeresbewohnern. Ich zieh natürlich erstmal meine Schuhe aus, warum auch nicht, wenn alles voller ungewöhnlicher Tiere ist, aber meine Sorge war eher, dass meine Füße ja vielleicht einfrieren könnten, denn 14 Grad ist ja fast schon lebensgefährlich kalt. 
Unten rechts ist die portugiesische Galeere aka cruel Biest
Nach fast zwei Stunden Strandspaziergang bin ich dann umgekehrt, weil ich noch vor Dämmerung daheim sein wollte, und wander so singend gedankenverloren umher, gucke einmal nicht hin, wo ich hintrete und schon ist es um mich geschehen. Ein Schrei und stechender Schmerz weckt mich aus meinen Tagträumen und lässt mich zu Boden sinken. Das, liebe Kinder, war die Geschichte, wie Anna am australischen Strand von uns gegangen ist. Haha nein, so war es nicht ganz, offensichtlicherweise, tut mir Leid Mama und Papa für den Herzinfarkt ;) Ich bin auf so ein bläuliches exotisches Vieh getreten das mich wie auch immer gestochen haben muss. Ich, typisch Tourist, fotografiere natürlich erstmal das Tier und texte dann Isabel, mit der ich geschrieben hab und beauftrage sie, ein bisschen Research zu dem Tier zu machen. Und sie findet's tatsächlich. Unter dem Suchbegriff 'giftige australische Meerestiere'. Ich denk schon so, super, das wars, meine Freunde, ich kann meinen Abschiedsbrief schreiben, es ist vorbei. Die Stimme meines Vaters hallte in meinem Kopf: Anna, willst du wirklich nach Australien, denk doch mal an all die giftigen Schlangen und die Spinnen in deinen Schuhen und die Haie und die Feuerquallen…- *von denen ich übrigens in den gesamten fünf Monaten hier noch nicht eine zu Gesicht bekommen habe, nur mal so nebenbei an alle besorgten Eltern unter euch. Zu meinem Glück kam ein unwissender Passagier meines Weges, der einzige Mensch am Strand weit und breit und ich bin gleich hin und hab ihn nach den Tieren gefragt. Und nun die Entwarnung: die Viecher namens  portugiesische Galeere sind nicht giftig für Menschen, nur Tiere. Der Stich tut zwar weh, aber lässt nach ein paar Stunden nach. Und dann haben wir uns noch nett über Deutschland und so unterhalten haha. 
Und die Moral von der Geschicht? 
Tja, nun ja, die gibt es nicht.




Bis zum nächsten Mal, haltet den Kopf über Wasser und genießt das Wetter, in was auch immer für einer Jahreszeit ihr gerade stecken mögt. Und Augen auf für portugiesische Galeeren! Diese Viecher sind unberechenbar!









Dienstag, 20. Mai 2014

Lebensweisheiten

Ich muss mich an dieser Stelle als leidenschaftliches Fangirl outen. Ja, der One Direction-Fandom hat mich fest eingeschlossen. So manche Nacht hab ich mir um die Ohren geschlagen mit ihren Konzertvideos und Interviews, lasst mich gar nicht erst von ihnen anfangen. Mein Herz war voller Hoffnung, als ich meine Reise nach Australien angetreten habe, sie Ende des Jahres hier im Zuge ihrer Stadium-Tour 'Where We Are' in Perth endlich live sehen zu können. Sehnsüchtig habe ich auf die Veröffentlichung der Konzertdaten gewartet, jede einzelne Information gierig aufgesaugt, die mir einen neuen Hinweis auf die Daten geben könnte. Vor ein paar Tagen also habe ich morgens eine E-Mail von TicketEk in meinem Postfach vorfinden müssen mit dem Betreff 'One Direction are coming to Australia!'. Nachdem ich mich vom temporären Herzinfarkt erholt hatte, warf ich einen Blick auf die Daten. Und nun dürft ihr dreimal raten, in welchem Monat sie denn kommen. 

FEBRUAR.

Ist das ein Scherz? Das ist bestimmt n' später Aprilscherz. Naah, TicketEk wollen mir bestimmt nur Angst einjagen. Das darf nicht wahr sein. Nochmal gecheckt, nein, es stimmt wirklich. Ich kann es noch immer nicht fassen. Sie besuchen alle Großstädte rund um Australien, Perth inbegriffen. Und ich muss Australien einen Monat vorher verlassen, ein paar Tage trennen mich nur vom Start der Down Under-Tour. Sofort haben sich jegliche Szenarien in meinem Kopf abgespielt. Ich könnte Schule schwänzen, absichtlich meinen Flug nach Deutschland verpassen und unter einer Brücke leben. Oder ich besorg' mir One Direction's Telefonnummer (ich hab da Kontakte ;)) und überrede sie zu einem Privatkonzert als spätes 16tes Geburtstagsgeschenk für mich. Hach, die machen das doch bestimmt! Vielleicht erlaubt mir meine deutsche Schule ja, zwei Wochen nach Halbjahresbeginn einzusteigen, wenn ich ihnen einen herzzerreißenden Brief schicke. Eine australische Freundin, auch Directioner und sehr bemitleidend und mitfühlend mit meinem Schicksal, hat mir heute sogar angeboten, mich die zwei Wochen bis zum Konzert bei sich aufzunehmen. Aber nein, mehr als ein Traum wird daraus höchstwahrscheinlich auf keinen Fall… Da muss ich wohl leider auf das nächste Konzert in Europa warten. *seufz* 

Und damit ein herzliches Hallo aus Australien! 
Weltbester Oreo Milchshake vom Lieblings Coffeeshop
Die kleine Einleitung war ein bisschen off-topic, aber letztlich berichte ich nun hier über mein Leben hier und das ist nunmal mein Leben. 
Wir schreiben Dienstag, den 20. Mai 2014, … warte, 20. Mai? MAI?! Wo ist die Zeit geblieben?! War nicht vorhin noch März? Bin ich nicht letzte Woche erst angekommen? Wir sind schon fast im zweiten Semester?! Bin ich mir sicher, dass meine Uhr auch richtig funktioniert!? 
- ja, das sind so meine Gedanken, sobald ich hier irgendwo das Datum sehe. Im Juli ist schon Halbzeit. Wahnsinn. Das merk ich nie, ich leb hier so vor mich hin, und die Monate plätschern nur so an mir vorbei. 
Ich hab grad nen Blick nach draußen geworfen, und es ist hier wohl irgendwo ein wahnsinns Sonnenuntergang, weil die Wolken lila sind. Und wir sind noch wach! 

Ich fühl' mich heute schreiblustig, ich hab das Gefühl, dieser Post wird sehr sarkastisch und mit Insidern bestückt. However. Wir bleiben mal beim Thema. 

In Australien ist nun Winter eingekehrt, und ich bin verwirrt wie sonst was. Am Morgen grau, dunkel, eiskalt und regnerisch bewölkt, gegen Mittag 30 Grad und sommerliche Trockenheit, am Nachmittag schüttet es wie aus Eimern und der Tag endet in einem frischen, aber nicht zu kaltem deutschem Mittsommerabend. Klingt ja eigentlich gut, vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag, mein Problem bei der Sache: 
was soll ich anziehen!? 
Der Regen und ich haben sowieso eine Hass-Liebe-Beziehung. Letzte Woche erst wurde ich sieben Mal, ich wiederhole, s i e b e n Mal in ZWEI TAGEN vom Regen überrascht, und das meine ich wörtlich, ich habe meine Lektion gelernt, und ich sag euch, meine Lieben, wenn ihr in Australien einen Regentropfen abkriegt, rennt um euer Leben. 
Denn noch bevor ihr den Regenschirm überhaupt aufspannen könnt, seid ihr triefend nass. Ich spreche aus Erfahrung. Und so kam es, dass ich letzten Mittwoch wie ein begossener Pudel nach einem 15 minütigen Regenspaziergang zuhause angekommen bin. 

Perth Innenstadt
Term 2 hat vor zwei Wochen begonnen. Für alle uninformierten unter euch, in Australien hat das Schuljahr zwei Semester (wie Halbjahre in Deutschland), und jedes Semester hat 4 Terms, also das Schuljahr ist in Viertel aufgeteilt und beginnt im Januar (endet Dezember). In Englisch haben wir unseren In-class Essay über Iron Man geschrieben (ja, die erste Arbeit für mich hier, die wirklich mal in der Klasse geschrieben wird, unglaublich, nicht wahr?), (und ja, ihr habt richtig gelesen, es war eine Analyse, wie unterhaltsam Iron Man, der Blockbuster Film, ist. Keine unendlichen Dialoganalysen vom Schimmelreiter oder Personifikationen, Wort für Wort auseinanderzulegende altdeutsche Dialoge, oh, die meisten von euch wissen zu gut, was ich damit meine.) 
In Childcare haben wir eine Broschüre über Armut zusammengestellt, die benotet wurde (ich hab 17/20 Punkten), und jetzt sticken wir eine Decke für Babys. Ich lebe darin so richtig meine Rolle als Deutsche aus und habe mir als Motiv nichts anderes als ein Känguru ausgesucht. Stereotyp Austauschschüler erfolgreich erfüllt! 
In Drama haben wir bereits unsere Performance von einer Szene eines absurden Theaterstücks namens Ruby Moon vor der Klasse vorgeführt. Das Stück handelt von einem Paar, dessen Tochter angeblich verschwunden ist und nun gehen sie rum und befragen die Nachbarn, aber jeder hätte ein Motiv und am Ende weiß man gar nicht, ob es überhaupt jemals eine Tochter gegeben hatte. Ich war die Hauptrolle der von uns ausgesuchten Szene, eine verrückte, selbsthassende, puppenfanatische Babysitterin, und hab auch nur einen Textpatzer gehabt, den ich aber hoffentlich gut überspielt hab, indem ich einfach auf der Bühne bisschen improvisiert umhergelaufen bin, bis ich mich wieder gefangen hatte, ist anscheinend keinem aufgefallen. 

Vergangenen Muttertag habe ich meiner Gastmutter eine Rose gezeichnet und wir haben Bacon&Egg zum Frühstück gegessen und waren dann für n Coffee am Strand. Und letzten Freitag habe ich mit ihr zusammen in der Stadt das Ballett 'Giselle' geschaut, was wunderschön gewesen ist. Ich fühle mich in meiner Gastfamilie echt mehr als wohl und bin total froh, hier sein zu dürfen. 

Meine letzten Wochenenden bestanden zum großen Teil aus geplatzten Verabredungen mit Freunden, und das Resultat war in den meisten Fällen shoppen (welch ein Wunder, was hättet ihr bei mir auch anderes erwartet ;)) oder mit meiner Gastfamilie etwas unternehmen. 
Aber in letzter Zeit häufen sich diese Momente, in denen man sich bewusst wird, wie sehr man sich schon integriert hat, und dass man eben nicht alleine ist.
Zum Beispiel wenn beim Ballet einen plötzlich auf einmal alle umarmen und meinen, sie wären jetzt meine Familie. 
Wenn in der Schule Freunde dir sagen, dass du nicht gehen sollst, dass du jetzt eine von ihnen seist und das total komisch wird, wenn du nicht mehr da bist. 
Ich fühl mich auch jedes Mal total einheimisch, wenn ich öffentliche Verkehrsmittel nutze und die ganzen Strecken und Bushaltestellen hier im Umkreis kenne. 

Achja, meine neue Obsession: Dance Moms! 
Kurz vor 'Giselle' im His Majesty Perth Theatre
Eine amerikanische Serie, die ein paar 6-10 Jährige Profitänzer mit ihrer strengen, dramatischen, übergewichtigen Tanzlehrerin und ihren Beverly-Hills-ähnlichen Luxus-Drama-Mum's in ihrem Leben als Tänzer und zu Competitions begleitet. Herrlich! 

Habt ihr schon jemals überlegt, warum bestimmte Menschen in unser Leben treten, oder es verlassen? Warum Dinge so passieren, wie sie passieren? 
Mein Childcare Känguru
Jetzt denkt ihr euch bestimmt, was labert die denn jetzt, und ich muss zugeben, dieser Blogpost hat recht wenig mit Australien zutun, aber ich glaube daran, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Menschen kommen in unser Leben, sie sind entweder eine Lektion, eine Hilfe oder ein Geschenk. Wir verpassen den Zug, um im nächsten Zug die Liebe unseres Lebens kennen zu lernen. Unser Auto springt nicht an, um uns nicht in den bald passierenden Unfall auf der Autobahn zu verwickeln. Wir haben Gegenwind beim Fahrradfahren, um noch fiter zu werden. You get the idea. Ihr könnt es meinetwegen eine leichtsinnige Taktik nennen, Stress zu reduzieren, aber ich glaub daran. Und gestern auf dem Heimweg von der Train Station, während ich so durch die stille und dunkle Nachbarschaft lief, gedankenversunken in den Himmel aufgeschaut hab, habe ich eine Sternschnuppe gesehen. Und zwar eine lange, wunderschöne. Vor Freude und Überwältigung kamen mir glatt die Tränen. Diese Sternschnuppe war für mich nicht nur einfach eine Sternschnuppe, ich hab das mehr als Zeichen von Hoffnung und Glück angesehen und hab mir natürlich auch etwas gewünscht. ;) 
Regenbogen auf'm Heimweg von der Bushaltestelle

Soviel zum philosophischen und tiefgründigen Part dieses Blogposts, hätten wir das auch abgehakt. 

Das wars für heute, ich glaube, ich hab jetzt genug gelabert und hoffe, ihr genießt jetzt alle das deutsche sommerliche Frühsommerwetter anstatt vorm Computer zu hängen und euch Berichte aus dem Leben anderer Leute durchzulesen anstatt euer eigenes Abenteuer zu leben. Geht raus und macht etwas, was ihr schon immer machen wolltet. Ich gönn euch das bisschen Sonne ausnahmsweise haha ;) 
Grüße aus down under, Anna 







Sonntag, 4. Mai 2014

100 Tage Australien!

Hey ihr Lieben,

ich lebe auch noch, ja :D Es ist gerade Sonntagabend und ich hab gerade bemerkt, dass ich vor zwei Tagen die 100-Tage-Grenze geknackt hab! Schon ganze 100 Tage bin ich hier und da ist es Zeit für ein Fazit, abgesehen davon dass ein Blogeintrag sowieso schon wieder überfällig ist. Die letzten zwei Wochen sind so dahin geflossen. 
2 Wochen in Bildern

Also, 100 Tage bin ich jetzt schon in Australien. 
Die Zeit vergeht eigentlich total schnell, wenn ich bedenke, dass schon Mai ist. Mit meiner Gastfamilie komme ich sehr gut aus, meine Gastmutter beschreibt mich wie ihre kleine Schwester, und meine kleine Gastschwester ist wie eine Schwester für mich. Sie kommt manchmal einfach mit ihrer kleinen Couch in mein Zimmer und setzt sich hier hin und spielt, weil sie meine Gesellschaft genießt. Oder wenn wir abends auf dem Sofa kuscheln und fernsehen, bevor sie ins Bett muss. 
Mit der Schule bin ich auch ganz zufrieden. Auch, wenn die Themen langweilig und leicht sind und ich eher unterfordert als gefordert werde, ich konzentriere mich eh aufs Freundschaften schließen. Ich hab auf jeden Fall ein dickes Fell bekommen was das Alleine auskommen angeht. Ich hab viele Kontakte, mit denen ich reden könnte, aber nicht diese festen Freunde, mit denen man sich jedes Wochenende trifft oder die einen zu allem einladen. Und wenn ich meinen Mut zusammennehme und auf Leute zugehe und sie frag, ob sie mit mir ins Kino gehen wollen, müssen alle plötzlich arbeiten oder babysitten oder Hausaufgaben aufholen oder der Freund der Schwiegernichte hat Geburtstag oder whatever, das ist ganz schön anstrengend, dann nicht den Mut zu verlieren und wieder aufzustehen und nach vorne zu schauen. Aber dafür bin ich ja hergekommen, nicht wahr? ;) 
Was mich außerordentlich glücklich macht, ist was ich außerhalb der Schule so mache. Damit meine ich Tanzen, Ballett & Contemporary und Singen & Gitarre. Ich habe das Gefühl, endlich etwas zu machen, was mich definiert und füllt und glücklich macht. 
Vermisse ich Deutschland? Ja, klar. Dazu muss ich sagen, ich bin nach Australien gekommen als quasi "Deutschland-Hasser". Nicht so extrem, aber ich wollte nach der Schule sofort auswandern, hab die Schule nicht gemocht, das Wetter, die Städte, die Mentalität der Menschen, einfach irgendwie alles, ich hab mich nicht mit Deutschland identifizieren können. Aber jetzt, mit jedem Tag, den ich in Australien war, habe ich Deutschland mehr lieben gelernt. Nicht, weil es mir hier irgendwie scheiße geht oder so, versteht mich nicht falsch. Aber man merkt, was man hat. 
Und natürlich vermisse ich meine Familie und Freunde. Und mein Bett. Und meine Katzen. Und all das spezielle hausgekochte Essen von Omi, was keiner auf dieser Welt nachmachen kann. Und die Sleepover mit meinen engsten Freunden, und die sarkastischen Blicke, und das regnerische kalte Wetter, die Pfützen auf den Straßen, den Schnee (wenn wir denn mal welchen haben). Aber es ist nicht die Art von vermissen, bei der ich hier heulend sitze und unglücklich bin, denn mir gehts hier ja super gut, ich kann mich echt nicht beklagen. 
Aber es ist mehr so ein Gefühl, als würde die eine Hälfte meines Herzens in Deutschland geblieben sein, und jeden Morgen wache ich auf, gehe zur Schule, lebe mein Leben, aber irgendwas fehlt immer. Ein Part von mir. Und nächstes Jahr komme ich wieder zurück und kann alles wieder in die Arme schließen, was ich vermisst habe, dann habe ich diesen Part von mir wieder.
Nur mittlerweile befürchte ich, dass mein Herz auch dann nicht ganz ist.
Denn dann ist der andere Part in Australien geblieben. 
Scarborough Beach in the morning <3 


Aber so ist das Austauschschülerleben nunmal ;) Ach, nicht nur das von Austauschschülern, von jedem, der reist und sich in Orte und Momente verliebt. 
Ich hab eine lange Liste mit Plänen für dieses Jahr und auch für Deutschland, worauf ich mich sehr freue. 
Ich bin vollkommen zufrieden mit der Art, wie die Dinge im Moment laufen. Die Zeit vergeht genau im richtigen Tempo. Schnell genug, um nicht zu verzweifeln, aber auch langsam genug, um Australien zu genießen. Ich verschwende hier keine Zeit.

Tut mir riesig Leid, falls ihr schon vor fünf Millionen Jahren mal irgendwas kommentiert habt oder mich gefragt habt, ob ich euch verlinken kann. Ich bin sehr beschäftigt und überwiegend außer Haus, ich lese alles, aber finde keine Zeit, zu antworten oder vergesse es. Tut mir wirklich Leid, ich nehme mir alles zu Herzen, was ihr schreibt, aber ich bin auch nur ein Mensch und entweder hänge ich 24/7 vorm PC oder geh raus und entdecke etwas neues, nehmt es mir nicht übel. <3 

Das wars für heute, ich hab eisige Finger und Füße, unser Haus hat wie die meisten hier keine Heizung weil die Elektrizät zu teuer ist sodass ich jetzt immer unter meiner Bettdecke hocke damit mir nicht allzu kalt ist. Denn fuck man es ist wirklich kalt hier im Winter!! Ich sollte ja eigentlich zu meiner deutschen Mentalität stehen haha aber ich bin lieber ne Frostbeule ;) 
Grüße, Anna

Donnerstag, 24. April 2014

Outback Safari♥

Hallo! Ich lebe noch! Ich wurde weder von einer Schlange gefressen noch in der Wüste vergessen. Ich hab 8 Tage Outbacktour hinter mir (12. bis 19.April), von Adelaide nach Alice Springs, hab staubtrockene Landschaften gesehen, hardcore gecampt und Barbeque unter'm freien Feuer genossen, wilde Kängurus fotografiert und bin bestimmt 20 km gehiked. Und dank einem brav geführten Tagebuch kann ich euch jetzt auch hier ganz viel davon erzählen und zeigen. 
(Für alle, die's noch nicht wissen: wenn ihr auf die Bilder klickt, werden sie größer! und sorry falls das wieder so lange dauert mit dem Laden der Fotos.. und ich weiß, die Fotos sind n bisschen undynamisch angeordnet, aber besser krieg ichs beim besten Willen nicht hin.

Tag 1: Los geht's nach Adelaide! 
Am Samstag, meinem ersten Ferientag, bin ich am späten Vormittag alleine nach Adelaide geflogen. Der airport pickup service, der vom Australian Homestay Network gebucht wurde, hat mich zum Flughafen gefahren, von dort an ging's dann alleine für mich weiter. In Adelaide bin ich auf die Gruppe gestoßen, wir sind ins Hostel gefahren und abends essen gegangen, Zeit genug,  die Leute ein bisschen kennenzulernen und sich einander bekannt zu machen.



Tag 2: Busfahrten, Flinder Rangers und unsere geilen Swags
Morgens in aller Früh (6am) ging es dann los Richtung Innenland South Australia. Die Zivilisation nahm immer weiter ab, und mit der Zeit sah man nur noch sehr vereinzelt Häuser oder Farms auf irgendwelchen Bergen. Nach einer Toilettenpause an einem Weinanbau erreichten wir nach insg. 4 Stunden etwa das Camp, haben Sandwiches gemacht, und sind in die Flinder Rangers wandern gegangen, eine Gesteinskette im Alter von bis zu einer Milliarde Jahren, die durch die Plattentektonikverschiebung entstanden und auch für die Aboriginal Kultur sehr bedeutsam sind. Die Nacht verbrachten wir dann nach dem Lagerfeuer und Dinner (Chicken Curry selfmade) zum ersten Mal in unseren so genannten 'Swags', warme Schlafsäcke mit wasserdichter Außenhülle, in denen man ohne Zelt einfach auf dem Boden schlafen kann. War überraschend weich und warm, denn draußen hatte es deutsche Spätherbsttemperaturen! 

Tag 3: Steine, Sand und viele Felsen..
6 Uhr morgens aufstehen und es geht weiter Richtung Coober Pedy. Mit einem Stop an einem Salzsee sind wir dann gegen 4pm angekommen in der "Opalwüste". (Opal ist ein besonderer Diamand/Stein). Wir haben ein Opalmuseum gesucht und die unterirdischen Gänge der Opalmienen besichtigt. Ich hab mir ne echte Opalkette gekauft. Nach dem Dinner (Pizza) haben wir noch ein Känguruwaisenhaus besucht und sogar ein Babykänguru, ein Joey, streicheln dürfen. Ich kann euch sagen, etwas süßeres habe ich noch nicht in meinem Leben gesehen. Am Abend haben wir in einem Hostel in einem Felsen übernachtet wie 80% der Leute in Coober Pedy leben. 
Tag 4: Willkommen in der roten Wüste
Aufgewacht um 6.30 Uhr, sind wir weiter Richtung Northern Territory gefahren, haben unterwegs einen "thorny devil" gesehen und  sind unter so einen Straßentunnel geklettert, um einen Roadtrain (riesen Lastwagen) drüber fahren zu hören. Ja, unser Busfahrer war schon geil haha. Gegen Mittag erreichten wir dann die Grenze von South Australia und dem Northern Territory, ich bin sogar drauf geklettert und das war echt hoch, und da wieder runter zu kommen hat mir ein ernsthaftes Problem bereitet. Ich hab's dann doch geschafft und wir sind weiter, haben unterwegs noch Holz fürs Lagerfeuer gesammelt und unser Busfahrer hat vorgeschlagen, den Bus doch einfach mal mit Schlamm zu dekorieren für den visuellen Touch. Klar, warum nicht. 20 Jugendliche wurden mit Schlammhänden auf den Bus losgelassen, der sah am Ende echt geil aus, ich dumme hab aber leider kein Foto davon gemacht :/ Am späten Nachmittag haben wir dann endlich den Ayers Rock in der Ferne erspähen können, das is echt n hammer Stein do. 
Es ging dann sofort ins Camp und sind schlafen gegangen, denn am nächsten Tag ging's schon sehr früh raus.

Tag 5: Uluru, Hiking, Stachelpflanzen und Buspartys
Heute sind wir früh los zum Sonnenaufgang zum Uluru, den man da hinter mir klein sehen kann auf dem Bild. Es sieht vielleicht nicht so aus aber es war freezing kalt, und das sag ich als Deutsche. Danach gings aber gleich weiter nach Kata Tjuta zum Wandern, was gegen Ende ganz schön anstrengend, aber es definitiv wert war. Ich wollte bei so einer Aussichtsklippe ein tolles Foto machen, hab das Gleichgewicht verloren und in eine komische Stachelpflanze gefasst, und hatte meine ganze Hand voller kleiner Splitter. Halb so wild. Aber eben Australien. Nach dem Mittag (Burger) ging es ins Ayers Rock Aboriginal Culture Center und danach nochmal zum Sonnenuntergang, wo wir auch den Geburtstag einer aus dem Camp mit einem Kuchen gefeiert haben. Es waren tonnenweise Touristen da, um Fotos zu machen, auch viele deutsche Bagpacker. Auf dem Rückweg hatten wir ne kleine Busparty. 
Kata Tjuta Wanderung



Ein unvergesslicher und geiler Abend am Uluru

Tag 6: Fliegen, Steine und verbrannte Pellkartoffeln
Rund um den Uluru Wanderung
Erneut früh aufgewacht (5.30 am), ging es zum Wandern um den Uluru, einmal rund herum. Das waren ungefähr 4 Stunden pures Laufen mit Fliegen, die sich in deinen Augen niederlassen wollen und nem Rucksack zu schleppen mit 3 Liter Wasser. Aber wir haben unterwegs auch Höhlenmalerei gesehen und viel über das Leben der Aborigines gelernt, also seh ich das alles doch garnicht so schlimm ;) Danach ging es  auf zum Camp nahe dem Kings Canyon, wo einige schon die Möglichkei hatten, Quad zu fahren oder einen Helicopterflug zu machen. Wir anderen haben Pellkartoffeln und Kräuterbrot vorbereitet und das überm offenen Feuer zubereitet, was letztendlich verbrannt ist aber was solls. Dann haben wir alle am Lagerfeuer versucht, Didgeridoo zu spielen und das ist so sau schwierig ich sag's euch. Aber einen vernünftigen Ton hat jeder schließlich rausgekriegt. Dann ging es in die Schlafsäcke, und es ist so wunderschön, wenn du in deinen kuscheligen Schlafsack kriechst und dann schaust du hoch und siehst nichts außer tausende von Sternen, hörst die Grillen noch leise zirpen, bist schön warm eingemuschelt und träumst vor dich hin. In Deutschland lass' ich mir so einen "Swag" definitiv einfliegen und campe dann einfach im Garten mit Freundinnen, das ist schon beschlossen. ;) 

Tag 7: Kings Canyon zum Abschied aus dem Nirgendwo..
Noch vor Sonnenaufgang haben wir die Wanderung des King Canyons begonnen, da der Aufstieg ziemlich hart ist und nach 9 Uhr lebensgefährlich wäre aufgrund der Hitze. Wir habens aber alle überlebt und konnten somit atemberaubende Ausblicke erleben, die ich mein ganzes Leben in Erinnerung behalten werde. Auch haben wir wieder viele Geschichten gehört über die Aboriginal Culture. Zurück im Camp zum Mittag haben wir alles zusammen gepackt, die die wollten, hatten nochmal die Möglichkeit zum Quad fahren oder Helicopterflug, gegen frühen Nachmittag haben wir uns dann auf den 5 Stunden Weg nach Alice Springs gemacht, eine Stadt in Zentralaustralien voller Aborigines, Kultur und auch Armut und viel Kriminalität. Dort waren wir dann italienisch essen und haben die letzte gemeinsame Nacht im YHA Hostel verbracht, bevor es nach Hause ging. Im Flugzeug sind mir fast die Tränen gekommen, ich war wirklich sehr traurig, dass die Tage schon zuende sind und trotz Freude auf Perth und meine Gastfamilie vermisse ich alles schon sehr. Aber dann hab' ich den Uluru aus dem Flugzeugfenster gesehen und mich abgelenkt mit guter Musik und war unglaublich froh und dankbar, diese Tour gemacht haben zu dürfen.

Kings Canyon Hike

Als Fazit kann ich nur sagen, es waren hammer Tage und ich habe viele neue Freundschaften geschlossen und es sehr genossen, auch mal wieder deutsch zu reden. (Was ich dann auch sehr gemerkt habe, als ich wieder in Perth war und plötzlich wieder ausschließlich auf englisch funktionieren musste, deshalb Leute, achtet auf die Anzahl der deutschen an eurer australischen Schule, das wirkt sich echt auf eure Sprache aus!!!) Ich konnte und kann es immernoch nicht wirklich realisieren, dass ich all das gesehen hab und wirklich erlebt hab, wenn ich bedenke, dass der Uluru vor einem Jahr noch als Foto aus Google an meiner Zimmerwand gehangen hat. Australisches Outback ist eine once in a lifetime Experience und das sollte jeder mal gesehen haben, denn sowas kriegt man echt nirgendwo anders. 
Damit mach ich jetzt Schluss und genieß die Zeit auf der Hängematte im Garten, hehe :P 
Euch in Deutschland nen schönen Frühling und dem Rest, wo auch immer in der Welt ihr euch rumtreibt, eine schöne Restwoche, Grüße von Anna! <3 

Freitag, 11. April 2014

3 Monate schon!!

Good day mates! 
Danke erstmal für eure Kommentare zum letzten Post auf die Frage, was euch so interessiert. Ein Ein-Tag-in-meinem-australischen-Leben-Post wird folgen und auch ein Unterschiede/ und Schulpost ist in Arbeit. 
Auf die Frage von Annika: mein Titelbild (und alle anderen Collagen auf dem Blog) hab' ich mit Picmonkey erstellt. :) 
Ein Video werde ich  v i e l l e i c h t  über die bevorstehende Outbacksafari morgen machen. Ja, morgen!! Wie schnell die Zeit vergeht. Ich freu mich so! Aber da ich nur zwei Kameraakku's mitnehmen kann, weiß ich nicht, ob ich nicht doch nur auf Fotos umsteige, um so viel wie möglich festhalten zu können. Ich verspreche nichts! 
Ich fasse kurs mal das wichtigste der vergangenen 2 Wochen zusammen: 

  • Am vergangenen Sonntag war ich wieder mal shoppen in der Stadt in nem riesigen Shoppingcenter haha
  • Ich mache mir neuerdings Fruchtmilchshakes selber mit Vanilleeis, Banane, Erdbeeren, Blaubeeren, Nüssen, Milch, Yogurt, Schokolade und was sonst noch hier so rumliegt, und das ist göttlich! 
  • Hab mir wunderschöne Lichter für mein Zimmer gekauft, und mir ist aufgefallen, dass ich euch noch nie mein Zimmer gezeigt hab, hab aber jetzt keine Zeit, alles schon verpackt, deshalb gibt's das wenn ich wieder da bin :) 
  • Letztes Wochenende war ich mit meiner Gastfamilie  auf einem Event hier in der Nähe, vergleichbar mit Kramermarkt oder Kirmes ohne Fahrgeschäfte :D jedenfalls, wir liefen so n bisschen herum als es plötzlich anfängt, zu regnen. Ich hatte noch nicht mal meinen Regenschirm draußen, da gießt es wie aus Eimern, Australischer Regen ist echt heftig, von 0 auf 100! Wir sind dann mit Kinderwagen und allem durch den Regen gerannt zum Shoppingcenter, und haben uns halb tot gelacht, alle standen schon irgendwo unter Dach, wir waren tropfend nass, aber es war pure Freude, im strömenden Regen zu rennen. Ich weiß schon, was ich mache, wenn es das nächste Mal regnet! ;) 
  • Hab nach einer mitternächtlichen Arbeitsession mein Childcare Assessment über Family structures und mein Health Assessment über Lifestyle Diseases eingereicht 
  • und mit der Zeit etwa alle Boost-Milchshakes durchprobiert *-* 
  • ich entwickle eine für mich unnormale Liebe für's Schlafen! 
  • heute war letzte Schultag von Term 1: haben nur Filme geguckt und saßen rum, viele sind auch garnicht erst zur Schule gekommen, das war irgendwie allen egal
  • habe gestern Frau Kipp von Southern Cross und Rita von den Vorbereitungstagen in Adelaide getroffen auf einen Kaffee und wir hatten ein schönes Gespräch :) 
Tut mir Leid, dass diese Zusammenfassung sehr kurz ist, aber es waren eben nur zwei normale Wochen in meinem Leben :D 
Ich wollte diesen Post aber eher dafür nutzen, ein kleines Fazit für 3 Monate Australien ziehen. 
Müsste ich jetzt schon gehen, wäre ich zufrieden mit meiner Zeit hier? Nein. Ich hab noch so viele Dinge, die ich machen möchte, möchte mehr mit Australiern unternehmen, so viel was ich bis jetzt noch nicht ergeben hat. Aber trotzdem waren das unglaubliche 3 Monate. Ich hab mich so viel weiterentwickelt, und worauf ich am meisten stolz bin, ich habe mich überwunden, in Situationen aus mir heraus zu kommen, denen ich in Deutschland nur aus dem Weg gegangen wäre. 
Alleine fremde Leute anrufen und das noch auf englisch, ja das hätte meinem alten Ich ein Problem bereitet, ich hätte es zwar gemacht, aber mit Herzklopfen und schwitzigen Fingern. Alleine shoppen gehen? Niemals! Und irgendwo hin gehen, wo ich niemanden kennen, ganz alleine bin, um Gottes Willen, bloß nicht. Wem diese Gedanken bekannt vorkommen, ich sag euch, sagt euch bloß nicht sowas wie 'Ich trau mich ja noch nicht mal alleine in die Stadt, wie soll ich denn in einem fremden Land bloß Freunde finden'! Wer immer in seiner Komfortzone bleibt, wird sich nie weiterentwickeln, wird nie seine Schwächen besiegen, wird nie seine Träume erreichen, wird nie seine Ziele verfolgen. Wenn dich der Gedanke reizt, ins Ausland zu gehen, dann machs und steh dir nicht selbst im Weg. <3 
Ich hab genau das vor drei Monaten gemacht und die Zeit war nicht immer einfach. Das größte, was ich hier glaube ich bisher gelernt habe, ist, alleine klarzukommen. Herauszufinden, wer ich bin, wenn ich nicht mit Freunden oder Familie zusammen bin. Damit klarzukommen, keine beste Freundin an meiner Seite zu haben und meinen Weg alleine zu gehen. 
Es gab auch viele Momente, in denen ich mich einsam gefühlt habe und fühle, und ich will damit nicht sagen, dass ich unglücklich bin, ich liebe meine Gastfamilie und hab auch mittlerweile in der Schule ganz gut Anschluss gefunden, aber trotzdem ist das so ein Gefühl, dass die Hälfte des Herzens in Deutschland geblieben ist. Meine Familie und Freunde, die mir dauerhaft fehlen. Und da kann ich noch so eine geile Zeit hier haben, sie fehlen mir trotzdem. Das ist kein Heimweh, das ist ein konstantes Gefühl, wie ein Loch im Herz, und ich denke, das kann man nicht verstehen wenn man es noch nie erlebt hat. Aber nun zurück zu meinem eigentlichen Punkt. 
In diesen drei Monaten habe ich so viele neue Dinge erlebt, kleine Abenteuer gehabt, mich weiterentwickelt, gewachsen. Habe aus Fehlern gelernt, an Dinge gedacht, mich durch schwierigere Zeiten gebracht, tief durchgeatmet, die Augen geschlossen und mich nicht vom Wind stören lassen, der meine Haare verwüstet, habe jede Hürde als Herausforderung genommen, die mir das Leben absichtlich stellt, damit ich daraus lerne und wachse. 
Term 1 ist nun schon vorüber, ein Viertel meines Auslandsjahres herum. Das sehe ich mit einem lachenden und weinenden Auge. Ich habe letztens geträumt, dass ich von meiner Gastfamilie wegziehen muss in ein Internat, und habe im Traum geheult, und als  ich aufgewacht bin und drüber nachgedacht habe, ist mir klar geworden, wie wichtig mir hier alle schon sind. 
Ich bin außerdem unglaublich dankbar, diese Möglichkeit zu haben und hier sein zu dürfen. Also DANKE an Mama, Papa, Oma, Opa, und alle meine Verwandten und Freunde, die mich unterstützt haben. Das bedeutet mir viel! <3 
Ich mach jetzt Schluss, mir ist sau heiß, ich dachte, es wird endlich kühl, aber nein, heute waren wieder 32 Grad oder so, das hört auch nie auf hier :D 
Heute mal keine Bilder, hab nämlich nicht wirklich was brauchbares fotografiert. <3 
Ich guck jetzt noch ne Folge Criminal Minds und schlaf dann in die Outbacksafari hinein, liebste Grüße aus Perth,
Anna 

Dienstag, 8. April 2014

German meets Aussie - die größten Unterschiede

Moin moin! Ich hab die letzten Wochen mal für euch eine Liste zusammengestellt mit all den Unterschieden zwischen Deutschland und Australien in so vielen Bereichen wie mir eingefallen sind. Hoffe, es gefällt euch! :) Ps: Weitere Posts sind ständig in Arbeit!!<3


  • In jedem Vorort sind 'shops', also Supermarkt, Friseur, Coffeeshop, McDonalds, Red Rooster, KFC und all diesen Marken auf einem Fleck, wie eine Kleinstadt
  • außerdem gibt es tausende dieser Mall's überall, die wirklich riesig sind, ein einziges Shoppingparadies! Dafür ist hier in der Innenstadt kaum irgendwas. 
  • An den Bushaltestellen gibt es keinen Plan mit den Zeiten, sondern nur ein Schild, mit einer Nummer, die du anrufen kannst oder per sms fragen kannst, wann der nächste Bus kommt 
  • es gibt auch keine Busfahrkarten, sondern 'SmartRider', die du beim ein- und aussteigen vor ein elektronisches Erkennungsgerät halten musst und da wird dann der Betrag abgebucht, genauso beim Zugfahren
  • Australier kleiden sich oft SEHR freizügig und stylen sich viel auf, bei jeder Kleinigkeit (es sind natürlich nicht alle so)
  • überall sind Klimaanlagen, wirklich ÜBERALL - und wenn's nur die Baustellentoilette ist 
  • während hier 30 Grad sind, gibt es in den Läden schon Wollpullis zu kaufen, die selbst für den deutschen Winter fast zu warm sind
  • 27 Grad empfinden die hier alle als KALT und ziehen sich PULLOVER an während ich meinen Bikini raushol haha
  • an jeder Ecke gibt es gut ausgestattete Spielplätze und Sitzgelegenheiten in den Parks, viele BBQ-Plätze, alles meines Empfindens sehr kindergerecht und abgestimmt auf Familien
  • TIMTAMS sind die besten Schokokekse der Welt! 
  • ansonsten ist das Süßigkeitenangebot hier eher begrenzt auf Weingummi und anderen künstlich schmeckenden Kram
  • ab 6 Uhr abends solltest du dich nicht mehr in den Zügen oder der Stadt oder allgemein irgendwo alleine aufhalten denn das kann sehr gefährlich enden. Eben ne Großstadt
  • High Way Tempobegrenzung 100km/h und sehr oft Stau und Verkehrsunfälle
  • am Strand halten andauernd Hubschrauber und LifeSaving-Boote Ausschau nach Haien
  • ganz Perth ist quasi ein reines Gebirge, hier geht's bergab und bergauf ohne Ende -> besonders praktisch wenn man überall mit dem Fahrrad hin muss
  • Schule ist extrem einfach und stressfrei, man hat genug Zeit für alles und wenn nicht, kriegt man eben noch mehr Zeit (dazu aber mehr in einem anderen Post)
  • Alkohol ab 18, Führerschein und alleine Fahren ab 16, Eltern sind Fahrlehrer
  • die Toilette ist immer vom Rest des Badezimmers getrennt
  • Leute sind stolz auf ihr Land und haben oft Flaggen etc vorm Haus hängen
  • Linksverkehr
  • Geschäfte haben überall Sonntags auf wie sonst auch
  • abends gibt es warmes Essen und mittags nur ne Kleinigkeit
  • es gibt kein Mineralwasser. Nirgendwo. Niemals. 
  • viele haben einen Pool und sehen das als was völlig normales 
  • Fernsehprogramme sind viel Langweiliger als in Deutschland, es gibt kaum so Sendungen wie How I met Your Mother, Greys Anatomy, CSI (...), nur The Biggest Loser, News, Kochshows und Home and Away, eine australische Sendung (vergleichbar mit GZSZ)
  • die Wellen sind so viel stärker, 'leichte' Wellen reißen dich schon so um (ich will garnicht wissen, was hier starke Wellen sind)
  • man bedankt sich bei dem Busfahrer, wenn man aussteigt und entschuldigt sich für alles, wenn man zum Beispiel angerempelt wird versehentlich, entschuldigt man sich, obwohl man garnichts gemacht hat 
Soo, mehr fällt mir beim besten Willen nicht ein :D Hoffe, ihr habt eine schöne Woche bis jetzt <3